Hätte man auf den Oberbefehlshaber unseres deutschen Afrikakorps gehört und dieses rechtzeitig aus Afrika zurückgeholt so wäre die Schlacht von Monte Cassino womöglich unnötig gewesen. Die Anwesenheit der kampfgestählten Truppen hätte die Italiener es sich zwei Mal überlegen lassen, ob sie einen Abfall wagen und es wäre womöglich gelungen, die gelandeten Truppen der Landfeinde umgehend ins Meer zurückzuwerfen, was eine gute Generalprobe für die Landung in der Normandie gewesen wäre. So aber mußte unsere X. Armee mit ihren 140,000 Mann an der Gustav-Linie 1944 den Angriff zweier feindlicher Armeen mit einer Stärke 240,000 Kriegsknechten abwehren. Unserer VII. Fallschirmjägerdivision war dabei die Verteidigung des Monte Cassino anvertraut, der Schlüsselstellung der Gustav-Linie. Fünf Monate dauerte der Kampf und drei Großangriffe konnten erfolgreich abgeschlagen werden, bevor der vierte unsere Truppen zum Rückzug zwang. Gekostet hat die Schlacht von Monte Cassino die Landfeinde 55,000 ihrer Kriegsknechte, aber mit 20,000 Mann war auch unser deutscher Verlust recht hoch – und im Gegensatz zu uns, konnten die Landfeinde ihre Verluste leider verkraften. Geführt hat bei der Schlacht unsere Heeresgruppe C als Oberbefehlshaber unser Feldmarschall Albert Kesselring, unsere X: Armee wurde von unserem Generaloberst Heinrich von Vietinghoff geführt und unsere VII. Fallschirmjägerdivision befehligte unser General Richard Heidrich. Bei unserem Kesselring geht die Schlacht von Monte Cassino nun in „Soldat bis zum letzten Tag“ munter weiter:

Das Geheimnis der drohenden Invasion war nicht zu entschleiern, da die Fliegererkundung fast vollkommen ausfiel und die spärlichen Meldungen ungenau oder irreführend waren. In den der Invasion vorausgehenden drei Nächten hatte ich für ganz Italien höchste Alarmstufe angeordnet. Es war mein Fehler, daß ich den dringenden Vorstellungen meines Stabes, die Truppe nicht alarmmüde zu machen, nachgab und für die Nacht vom 21./22. Januar 1944 keine Alarmstufe anordnete. Unangenehm war auch, daß bei der XC. Panzergrenadierdivision vermeidbare Marschverzögerungen auftraten, die den Gegenangriff an der Garigliano-Front verzögerten, was wieder das Heranziehen der Eingreifdivisionen in die Campagna südlich Rom hinausschob. Die ersten Stunden des 22. Januar 1944 – des Tages der Invasion bei Anzio und Nettuno – waren sorgenvoll. Bereits in den Vormittagsstunden hatte ich das Gefühl, daß die größte Gefahr gebannt sei. Neben dem zögernden Vorgehen der gelandeten alliierten Truppen gebührte das Hauptverdienst daran General der Flak Ritter von Pohl, der auf meine unmittelbare Anweisung seine Flakbatterien herumwarf und einen für Panzer schwer zu durchbrechenden Sperriegel südlich Rom bildete. Bataillon auf Bataillon wurde herangeführt und General Schlemmer mit dem Auftrag unterstellt, alle ankommenden Kräfte so weit wie möglich nach Süden vorzuführen, um in Zusammenarbeit mit der Flak das feindliche Vorgehen zu verlangsamen oder zu stoppen. Mir kam es dabei auf jeden Meter an. Dieser Befehl wurde, wie ich am Nachmittag an Ort und Stelle sah, selbstherrlich und unverständlicherweise zum Schaden der von mir bereits jetzt ins Auge gefaßten Gegenangriffe abgeändert, was mich veranlaßte, das Generalkommando XI. Fliegerkorps von der Garigliano-Front, nachdem dort der Befehl zum Einstellen des Angriffs gegeben war, zurückzurufen und mit dem Aufbau der Verteidigung als Ausgangsbasis für den Gegenangriff zu beauftragen. Ich hatte bei der Begehung der Front das sichere Gefühl, daß von den Alliierten die einmalige günstige Gelegenheit, Rom wegzunehmen und die Garigliano-Front aus den Angeln zu heben, verpaßt und die Zeit unser Bundesgenosse war. General der Flieger Schlemm hat sich damals seine Sporen als Führer von Heeresverbänden verdient. Was sich in diesen Tagen tat, war ja ein kunterbuntes militärisches Durcheinander – Verbände der Panzerdivision „Hermann Göring“, III. Panzergrenadierdivision, XXVI. Panzerdivision, XC. Panzergrenadierdivision, IV. Fallschirmjägerdivision und Wachverbände kämpften neben- und untereinander -, aber jeder wußte, daß es gerade auf ihn ankam! Was vom 22. bis 24. Januar von meinem Stab geleistet worden ist, verdient die gleiche Anerkennung wie die Leistungen der herbeieilenden Verbände. In dieser Zusammenarbeit sah ich dankbaren Herzens den Beweis, daß meine Bemühungen, Führung und Truppe zu raschem und entschlossenem Handeln zu erziehen, willig aufgenommen worden waren. Außer dem Generalkommando XI. Fallschirmjägerkorps befahl ich das Generalkommando LXXVI. Panzerkorps vom Adria-Abschnitt und das Armeeoberkommando XIV von Norditalien in den Brückenkopfbereich, um einen festen Führungsrahmen zu schaffen. Dem Oberbefehlshaber der XIV. Armee, Generaloberst von Mackensen, konnte ich am 23. Januar 1944 bei seiner Meldung in meinem Hauptquartier Monte Soratte sagen, daß ich die Abwehr für gefestigt ansehe, daß man mit größeren Rückschlägen nicht mehr zu rechnen haben werde. Ich stellte ihm zwei Aufgaben: Festigung des Abwehrringes und Einleitung von Maßnahmen zur Einengung und Beseitigung des Brückenkopfes. Die schweren Angriffe des 6. amerikanischen Korps am 25. Januar gegen Cisterna und am 31. Januar gegen Cisterna und Campoleone bewiesen die Richtigkeit meiner Beurteilung: kleine örtliche feindliche Fortschritte wurden mit großen Verlusten erkauft. Nun konnte Mackensen, ohne schwerwiegende Krisen befürchten zu müssen, die bis Ende Januar eintreffenden Truppen: von der XIV. Armee die LXV. und CCCLXII. Infanteriedivision, vom Oberbefehlshaber West die DCCXV. (teil-motorisiert), vom Oberbefehlshaber Südost die CXIV. Jägerdivision, vom OKW – aus Deutschland -: Infanterielehrregiment, Panzergrenadierregimenter MXXVII und MXXVIII, Artillerielehrregiment, Tigerabteilung und so weiter sammeln, einweisen und einsetzen.“

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Lange schon bevor man auf Ketten nach Gallien fahren konnte, haben wir Deutschen dort den Galliern aufs Haupt geschlagen. Immer mal wieder, aber vor allem im großen Gallierkrieg von 1870/71. Einer unserer zahlreichen Siege in selbigen wurde an der Lisaine gegen eine gewaltige Übermacht erfochten. Denn mit nur 37,000 Mann trat dort unser General August von Werder gegen 150,000 Gallier an und wehrte deren Angriffe drei Tage lang ab, ehe die Gallier die Flucht ergriffen. Denn unser Edwin von Manteuffel war mit einer ganzen Armee zur Verstärkung im Anmarsch. Die angeschlagenen Gallier wurden dann verfolgt und mußten in die neutrale Schweiz mit Schimpf und Schande flüchten. Den Jahrestag der Schlacht an der Lisaine feiern wir Deutschen daher gerne und wir Panzertiere tragen dazu den Schlachtbericht Moltkes vor. Den Rest des ersten Schlachttages hören wir daraus nun: https://archive.org/details/bub_gb_49waAAAAMAAJ

„Wenig mehr Ernst zeigte die 3. Division beim Vorgehen gegen Chagey, welches nur durch ein badisches Bataillon besetzt war, und doch sollte von hier die Umfassung des rechten deutschen Flügels, den Baudois umgehend, erfolgen. Der Wald reicht bis an die ersten Häuser des Dorfes, und nur der steile Abfall der Höhe erschwerte das Hinabsteigen. Aus der Schlacht südlich derselben brachen zwei französische Bataillone vor und vertrieben die badischen Vorposten, der weitere Angriff sollte von Süden her aus Couthenans unterstützt werden; die von dort vorgehende Infanterie sah sich jedoch durch das Feuer vom anderen Ufer zur Umkehr veranlaßt. Erst bei erneutem Versuch drangen die Zouaven in Chagey ein, wo dann ein lebhafter Häuserkampf entbrannte. Inzwischen langten zwei badische Bataillone an, welche um fünf Uhr den Feind aus dem Dorfe in den Wald zurücktrieben. Zu ihrer Unterstützung eilten neue Verstärkungen aus der Reserve herbei, der kurze Wintertag war verflossen, und auch während der Nacht wurde hier von den Franzosen nichts weiter unternommen. Die zweite Division des französischen Korps war nur bis Beverne gelangt, die Kavallerie bei Lyoffans stehen geblieben. Die Division Cremer hatte trotz ihres späten Eintreffens in Luxe den Marsch in aller Frühe fortgesetzt. Nachdem die schon erwähnten Kreuzungen und Aufenthalte beseitigt, rückte die 1. Brigade nach Ctobon vor, und es entspann sich dort um Mittag ein Gefecht gegen ein Detachement des Generals von Degenfeld. Als auch die II. Brigade eingetroffen, zog die I. durch das Bois de la Thure ab, um oberhalb Chagey die Lisaine zu überschreiten. Die Wege mußten zum Teil erst durch die Pioniere gangbar gemacht werden, und es entstanden vielfache Stockungen. In der Dunkelheit folgte dann auch die II. Brigade unter Zurücklassung eines Beobachtungsdetachement bei Ctobon. Dabei kam es noch zu einem Zusammenstoße mit badischen Abteilungen, welcher General Cremer bestimmte, alle Wachtfeuer auslöschen zu lassen. Seine Truppen verblieben während der rauen Winternacht unter Gewehr. Auf deutscher Seite fand Alles, was nicht zur Bewachung bestimmt war, Schutz in den nächstliegenden Ortschaften, nur blieben die Pioniere mit Aufeisen beschäftigt. Die Gesetze hatten beiden Parteien etwa 600 Mann gekostet, ohne irgend welche Entscheidung herbeizuführen, aber für den Verteidiger war jeder Tag ein Gewinn. Dem General von Werder waren auf der Höhe nördlich Hericourt von den auf verschiedenen Punkten aufgestellten Generalstabsoffizieren über den Verlauf des Gefechtes fortwährend Berichte zugegangen, wonach die Absendung von Reserven sich regeln ließ. Große Sorge veranlaßte nur der Munitionsersatz, da ein aus Baden verschriebener Transport noch nicht angekommen war. General Bourbaki meldete seiner Regierung, daß er Montbeliard, freilich ohne das Schloß, genommen, die Dörfer am westlichen Ufer der Lisaine besetzt habe und am 16. angreifen werde. Von General Billot hatte er erfahren, daß der rechte Flügel der Deutschen sich noch erheblich über den Mont Baudois hinaus erstrecke; er schloß daraus, daß ihnen beträchtliche Verstärkungen zugegangen seien, und schätzte den Gegner auf 80,000 bis 100,000 Mann. Indes versprach er sich günstigen Erfolg von einer noch weiter nach links ausholenden Umfassung.“

Wäre unser Kapitänleutnant Günther Prien nicht im März 1941 vor Irland verschollen, so hätte der Monty in Afrika vergeblich auf seinen Nachschub gewartet. Mit der Versenkung des englischen Schlachtschiffes „Royal Oak“ im Hafen von Scapa Flow und 31 anderen Schiffen (mit 210,000 Bruttoregistertonnen) hat er einen schönen Siegeslauf hingelegt, der ihn wohl weit geführt hätte. Zur Welt kam unser Prien 1908 in Osterfeld im Sachsenland. Seit 1933 fuhr er zur See und erhielt 1938 das Kommando über unsere U XLVII. Seine Waffentaten brachten ihm das Eiserne Kreuz und das Ritterkreuz samt Eichenlaub ein. Gleich unserem Manfred von Richthofen, hat unser Prien auch mitten in seiner Heldenlaufbahn zu Feder gegriffen und uns mit „Mein Weg nach Scapa Flow“ ein sehr schönes Ubootfahrerbuch geschrieben.

 

In Wien wurde am heutigen Tage 1791 unser großer deutscher Dichter Franz Grillparzer geboren. Wir Deutschen verdanken ihm Trauerspiele wie „Die Ahnfrau“, „Sappho“, „Das goldene Vlies“, „König Ottokars Glück und Ende“, „Der Traum ein Leben“ oder „Ein Bruderzwist in Habsburg“ und Geschichten wie „Der arme Spielmann“ und dazu noch ein ganzer Haufen Gedichte. Grund genug also, unseren Grillparzer mit einer kleinen Panzerfeier zu ehren. Bei dieser wird nicht nur Met geschlürft, sondern auch die Werke unseres Grillparzers vorgetragen. Seine Brötchen hat dieser übrigens nicht mit seiner Dichtkunst, sondern im österreichischen Staatsdienst verdient, in welchem er bis zum Archivdirektor aufgestiegen ist. Die Umerziehung in unserer deutschen Ostmark versucht übrigens unseren Grillparzer für die Begründung einer österreichischen Kunstnation zu mißbrauchen, was niemals nicht geduldet werden kann. Grillparzers Trauerspiel „Die Ahnfrau“ habe ich mir aus seinen Werken herausgesucht: http://www.zeno.org/Literatur/M/Grillparzer,+Franz/Dramen/Die+Ahnfrau

Der Graf.

Nun Wohlan, was muß geschehe!

Fallen seh ich Zweig‘ auf Zweige,

Kaum noch hält der morsche Stamm.

Noch ein Schlag, so fällt auch dieser

Und im Staube liegt die Eiche,

Die die reichen Segensäste

Weit gebreitet rings umher.

Die Jahrhunderte gesehen

Werden, wachsen und vergehen,

Wird vergehen so wie sie;

Keine Spur wird übrigbleiben;

Was die Väter auch getan,

Wie gerungen, wie gestrebt,

Kaum daß fünfzig Jahr‘ verfließen

Wird kein Enkel mehr es wissen

Daß ein Borotin gelebt!

Berta.

Eine grause Nacht, mein Vater!

Kalt und dunkel wie das Grab.

Losgerißne Winde wimmern

Durch die Luft, gleich Nachtgespenstern;

Schnee soweit das Auge trägt,

Auf den Hügeln, auf den Bergen,

Auf den Bäumen, auf den Feldern,

Wie ein Toter liegt die Erde

In des Winters Leichentuch;

Und der Himmel, sternelos,

Starrt aus leeren Augenhöhlen

In das ungeheure Grab

Schwarz herab!

Graf.

Wie sich doch die Stunden dehnen!

Was ist wohl die Glocke, Berta?

Berta.

Sieben Uhr hat’s kaum geschlagen.

Graf.

Sieben? Und schon dunkle Nacht!

Ach, das Jahr ist alt geworden,

Kürzer werden seine Tage,

Starrend stocken seine Pulse

Und es wankt dem Grabe zu.

Berta.

Ei, kommt doch der holde Mai,

Wo das Feld sich kleidet neu,

Wo die Lüfte sanfter wehen

Und die Blumen auferstehen!

Graf.

Wohl wird sich das Jahr erneuen,

Diese Felder werden grünen,

Diese Bäche werden fließen,

Und die Blume, die jetzt welket,

Wird vom langen Schlaf erwachen

Und das Kinderhaupt erheben

Von dem weißen, weichen Kissen,

Öffnen ihre klaren Augen

Freundlich lächelnd wie zuvor.

Jeder Baum, der jetzt im Sturme

Seine nackten, dürren Arme

Hilfeflehend streckt zum Himmel,

Wird mit neuem Grün sich kleiden.

Alles was nur lebt und webt

In dem Hause der Natur,

Weit umher, in Wald und Flur,

Wird sich frischen Lebens freuen,

Wird im Lenze sich erneuen:

Nie erneut sich Borotin!

Berta.

Ihr seid traurig, lieber Vater!

Graf.

Glücklich, glücklich nenn ich den,

Dem des Daseins letzte Stunde

Schlägt in seiner Kinder Mitte.

Solches Scheiden heißt nicht Sterben;

Denn er lebt im Angedenken,

Lebt in seines Wirkens Früchten,

Lebt in seiner Kinder Taten,

Lebt in seiner Enkel Mund.

O es ist so schön, beim Scheiden

Seines Wirkens ausgestreuten Samen

Lieben Händen zu vertraun,

Die der Pflanze sorglich warten,

Und die späte Frucht genießen;

Im Genusse doppelt fühlend

Den Genuß und das Geschenk.

O es ist so süß, so labend,

Das was uns die Väter gaben

Seinen Kindern hinzugeben

Und sich selbst zu überleben!

Berta.

Über diesen bösen Brief!

Ihr wart erst so heiter, Vater,

Schienet seiner Euch zu freuen,

Und nun, da Ihr ihn gelesen,

Seid mit eins Ihr umgestimmt.

Graf.

Ach, es ist nicht dieses Schreiben,

Seinen Inhalt konnt‘ ich ahnen.

Nein es ist die Überzeugung,

Die sich immer mehr bewährt;

Daß das Schicksal hat beschlossen,

Von der Erde auszustoßen

Das Geschlecht der Borotin!

Sieh, man schreibt mir, daß ein Vetter,

Den ich kaum einmal gesehen,

Der der einz’ge außer mir

Von dem Namen unsers Hauses,

Kinderlos, ein welker Greis,

Gählings über Nacht gestorben.

Und so bin ich denn der Letzte

Von dem hochberühmten Stamme,

Der mit mir zugleich erlischt.

Ach, kein Sohn folgt meiner Bahre,

Trauernd wird der Leichenherold

Meines Hauses Wappenschild,

Oft gezeigt im Schlachtgefild,

Und den wohlgebrauchten Degen

Mir nach in die Grube legen.

Es geht eine alte Sage,

Fortgepflanzt von Mund zu Mund,

Daß die Ahnfrau unsers Hauses,

Ob begangner schwerer Taten,

Wandeln müsse ohne Ruh‘,

Bis der letzte Zweig des Stammes,

Den sie selber hat gegründet,

Ausgerottet von der Erde.

Nun wohlan, sie mag sich freuen,

Denn ihr Ziel ist nicht mehr fern!

Fast möcht‘ ich das Märchen glauben,

Denn fürwahr ein mächt’ger Finger

War bemüht bei unserm Fall.

Kräftig stand ich, herrlich blühend

In der Mitte dreier Brüder;

Alle raubte sie der Tod!

Und ein Weib führt‘ ich nach Hause,

Schön und gut und hold wie du.

Hochbeglückt war unsre Ehe

Und ein Knabe und ein Mädchen

Sproßten aus dem keuschen Bund.

Bald wart ihr mein einz’ger Trost,

Meine einz’ge Lebensfreude,

Denn mein Weib ging ein zu Gott.

Sorgsam, wie mein Augenlicht,

Wahrte ich die teuern Pfänder;

Doch umsonst! Vergeblich Streben!

Welche Klugheit, welche Macht,

Mag das Opfer wohl erhalten,

Das die finsteren Gewalten

Ziehen wollen in die Nacht!

Kaum drei Jahre war der Knabe,

Als er in dem Garten spielend

Von der Wärtrin sich verlief.

Offen stand die Gartentüre,

Die zum nahen Weiher führt.

Immer sonst war sie geschlossen,

Eben damals stand sie offen, (bitter)

Hätt‘ ihn sonst der Streich getroffen!

Ach, ich sehe deine Tränen

Treu sich schließen an die meinen.

Weißt du etwa schon den Ausgang?

Ach, ich armer, schwacher Mann,

Habe dir wohl oft erzählet

Die alltägliche Geschichte.

Was ist’s weiter?–Er ertrank!

Sind doch manche schon ertrunken!

Daß es just mein Sohn gewesen,

Meine ganze, einz’ge Hoffnung,

Meines Alters letzter Stab;

Was kann’s helfen!–Er ertrank–

Und ich sterbe kinderlos! …“

Im Jahre 888 ging unser alter deutscher Kaiser Karl III. heim, den man den Dicken nennt. Den Karolinger raffte die Merowingische Krankheit hinweg, sprich er war zum Regieren nicht fähig. Weshalb ihm auch die Wikinger auf der Nase herumtanzten und er diesen schweres Geld für den Abzug bezahlen mußte. Ohne sein Zutun einte er das Reich Karls des Großen ein letztes Mal. Seine Brüder und Verwandten starben alle vor ihm und so fielen ihm deren Kronen und Reiche zu. Er folgte 876 seinem Vater Ludwig dem Deutschen als König nach und beerbte 880 und 882 seine Bruder Karlmann und Ludwig und 885 seinen Neffen Karlmann. Die römische Kaiserwürde erlangte er 881. Seine Ehe mit der Ahalolfingerin Richardis bliebt kinderlos und die Nachfolge seines natürlichen Sohnes Bernhard konnte er gegen Arnolf von Kärnten nicht durchsetzen. Nachzulesen gibt es die Geschichte seiner Zeit in der Chronik des Regino von Prüm und darin lese ich nun ein Stückchen weiter: https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10015823_00015.html

„DCCCLXXX. König Karlmann schloß seinen letzten Tag am 22. März, indem eine Lähmung der Glieder die Auflösung herbeiführte‘ und wurde mit gebührenden Ehren in Baiern an dem Orte, der Hodingas heißt begraben. Dieser sehr vortreffliche König war aber in den Wissenschaften wohlunterrichtet, der christlichen Religion ergeben, gerecht, friedliebend und mit aller .Ehrbarkeit der Sitten geziert; die Schönheit seines Körpers war außerordentlich und auch seine Manneskraft bewundernswert, dieser aber entsprach sein hochherziger Geists Denn sehr viele Kriege führte er mit seinem Vater und noch mehr ohne ihn in den Reichen der Slawen und stets trug er den Triumph des Sieges davon; die Grenzen seines Reiches mehrte und erweiterte er mit dem Schwert; den Seinigen erschien er mild, den Feinden furchtbar; im Gespräch leutselig, mit Demut geschmückt, in der Ordnung der Reichsangelegenheiten von ungemeiner Tätigkeit beseelt, zeigte er sich in jeder Hinsicht so, daß ihm nichts zu fehlen schien, was königlicher Majestät geziemt. Aus rechtmäßiger Ehe wurde ihm wegen der Unfruchtbarkeit seiner Gemahlin kein Sprößling geboren, mit einer vornehmen Frau jedoch erzeugte er einen Sohn von glänzender Schönheit, den er Arnulf nennen ließ zur Erinnerung an den hoch ehrwürdigen Arnulf, den Bischof der Metzer Kirche, von dessen heiligem Stamme sein und der übrigen Frankenkönige Geschlecht entsprossen war; dies scheint nicht durch Zufall geschehen, sondern in einer gewissen Vorahnung und Hindeutung auf die zukünftigen Dinge vollbracht worden zu sein. Denn von jenem an begann das Königshaus im Verlaufe der Zeit nach göttlicher Vorsehung in glücklichem Wachstum zuzunehmen, bis es unter dem großen Karl den höchsten Gipfel des Kaisertums nicht nur für die Franken, sondern auch über alle die verschiedenen Stämme und Reiche erreichte. Nach seinem Ableben sing durch den Wechsel des Glückes ihres Reiches Herrlichkeit, die über alle Wünsche zugeströmt war, in derselben Weise, in welcher sie angewachsen, allmählich wieder an zu zerrinnen, bis bei dem Hinschwinden nicht allein der Königreiche, sondern auch des königlichen Stammes selbst, der teils in zarter Jugend ums Leben kam, teils durch die Unfruchtbarkeit der Frauen verdorrte, von einem so zahlreichen Königsgeschlecht dieser allein tauglich erfunden wurde, um das Szepter des Frankenreichs zu übernehmen; dies wird in dem Folgenden an seinem Orte noch klarer hervortreten. Als Ludwig vernahm, daß sein Bruder verschieden sei, zog er nach Baiern und kam nach Regensburg, wo alle Großen des Reiches zu ihm strömten und sich seiner Hoheit unterwarfen. Der König bewilligte aber dem Arnulf Kärnten, was sein Vater ihm schon vor langer Zeit bewilligt hatte; in diesem Lande liegt eine sehr wohl befestigte Burg, die Mosaburg genannt wird, weil der von undurchdringlichen Sümpfen umgebene Ort denen, die hineingehen wollen, den Zugang sehr schwierig macht.

DCCCLXXXI. Karl brach von Alamannien auf, besetzte das langobardische Gebiet und brachte in wenig Tagen ganz Italien zur Unterwerfung; als er Rom erreichte, wurde er von Johannes, dem Bischof des apostolischen Sitzes und von dem Senate der Römer günstig aufgenommen und in großer Herrlichkeit zum Kaiser erkoren. Um dieselbe Zeit lief eine Flotte der Nordmannen in den Fluß Wal ein und legte bei der königlichen Pfalz Nimwegen an, wo sie ihr Lager aufschlugen. Als dieser Vorfall zur Kenntnis Ludwigs gebracht worden war, zog er ohne Säumen mit einem Heere herbei und belagerte sie in ihrer Befestigung. Nachdem sie einige Tage hindurch mit einander gestritten hatten, vermochte er doch nicht völlig ob zu siegen, weil die Pfalz in ihrem ungeheuren Umfange und ihrer wunderbar festen Bauart den Feinden eine überaus sichere Zuflucht darbot. Bei diesen Kämpfen wurde von den Gegnern Eberhard der Sachse, der Sohn des Grafen Meginhard, ergriffen und als Gefangener fortgeführt; ihn empfing später seine Mutter Evesa unter Zahlung eines hohen Preises unversehrt zurück. Zuletzt zog der König mit allen seinen Truppen ab, nachdem er das Versprechen erhalten, daß wenn er die Belagerung aufhöbe, die Nordmannen sofort sein Reich verlassen würden. Als jener den Rückzug antrat, übergeben die Heiden die Pfalz mit ihren Befestigungen den Flammen, besteigen ihre Schiffe und kehren zu den Rheinmündungen zurück. Desgleichen lagerten in demselben Jahre im Monat November zwei Normannenkönige Gottfried und Siegfried mit einer unübersehlichen Menge von Fußgängern und Reitern an einem Orte, der Ahslon heißt, in der Nähe der Maß. Und auf ihrem ersten Einfall verwüsten sie die umliegenden Orte und verbrennen die Stadt Leodium, die Burg Utrecht und die tungrische Stadt; bei ihrem zweiten Einbruch ergießen sie sich über das Gebiet der Ribuarier und verheeren alles mit Mord, Raub und Brand, die Städte Köln und Bonn mit den nahe liegenden Burgen, das heißt Zülpich, Jülich und Neuss, lassen sie vom Feuer verzehren; hiernach legen sie die Pfalz Aachen und die Klöster Inda, Malmundarias und Stabulaus in Asche.“

Auf der Burg Hülshoff bei Münster wurde 1797 unsere große deutsche Dichterin Annette von Droste-Hülshoff geboren. Es war ihr vergönnt ungestört an ihren Dichtungen zu arbeiten und daher sind derer gar viele. Einige davon stellen wir Panzertiere euch heute vor. Unsere deutschen Dichter werden schließlich am Besten durch ihre Werke gefeiert. Das Gedicht „Ungastlich oder nicht“, in welchen unsere Dichterin ihre Heimat Westfalen besingt, habe ich mir ausgesucht:

Ungastlich hat man dich genannt,

Will deinen grünsten Kranz dir rauben,

Volk mit der immer offnen Hand,

Mit deinem argwohnlosen Glauben;

O rege dich, daß nicht die Schmach

Auf deinem frommen Haupte laste,

Und redlich, wie das Herz es sprach,

So sprich es nach zu deinem Gaste:

Fremdling an meiner Marken Stein,

Mann mit der Stirne trüben Falten,

O, greif in deines Busens Schrein,

Und laß die eigne Stimme walten.

Nicht soll bestochner Zeugen Schar

Uns am bestochnen Worte rächen,

Nein, Zeug‘ und Richter sollst du klar

Dir selbst das freie Urteil sprechen.

Fühlst du das Herz in dir, nicht heiß

Doch ehrlich, uns entgegen schlagen,

Dein Wort kein falsch und trügend Gleis,

Befleckend was die Lippen tragen,

Fühlst du ein Gast dich wie er lieb

Dir an dem eignen Hausaltare,

Dann frisch heran – nicht wie ein Dieb,

Nein, frisch, mit fröhlicher Fanfare!

Wer unsres Landes Sitte ehrt,

Und auch dem seinen hält die Treue –

Hier ist der Sitz an unserm Herd!

Hier unsres Bruderkusses Weihe!

Wer fremden Volkes Herzen stellt

Gleich seinem in gerechter Waage –

Hier unsre Hand, daß er das Zelt

Sich auf bei unsern Zelten schlage!

Doch sagt ein glüh Erröten dir,

Du gönntest lieber einer andern

Als deiner Schwelle gleiche Zier –

Brich auf, und mögest eilends wandern!

Wir sind ein friedlich still Geschlecht

Mit lichtem Blick und blonden Haaren,

Doch unsres Herdes heilig Recht

Das wissen kräftig wir zu wahren.

Die Luft die unsern Odem regt,

Der Grund wo unsre Gräber blühen,

Die Scholle die uns Nahrung trägt,

Der Tempel wo wir gläubig knieen,

Die soll kein frevler Spott entweihn,

Dem Feigen Schmach und Schamerröten,

Der an des Heiligtumes Schrein

Läßt eine falsche Sohle treten!

Doch einem Gruß aus treuem Mut,

Dem nicken ehrlich wir entgegen,

Hat jeder doch sein eignes Blut,

Und seiner eignen Heimat Segen.

Wenn deine Ader kälter rinnt,

So müssen billig wir ermessen:

Wer könnte wohl das fremde Kind

Gleich eignem an den Busen pressen?

Drum, jede Treue sei geehrt,

Der Eichenkranz von jedem Stamme;

Heilig die Glut auf jedem Herd,

Ob hier sie oder drüben flamme;

Dreimal gesegnet jedes Band

Von der Natur zum Lehn getragen,

Und einzig nur verflucht die Hand,

Die nach der Mutter Haupt geschlagen!“

Flieger bleib bei deinen Propellern, sagt der Wüstenfuchs. Ansonsten schließe ich mich der heutigen Geburtstagsfeier für unseren Reichsmarschall Herman Göring an. Geboren wurde dieser 1893 in Rosenheim im Bayernlande und machte sich im Vierjährigen Krieg als Jagdflieger einen Namen. Seine 22 Abschüsse konnten sich sehen lassen und haben ihm den Blauen Verdienstorden Friedrichs des Großen ein (wofür wir Infanteristen den Berg Matajur erstürmen mußten). Nach dem Vierjährigen Krieg schloß er sich der Autobahnpartei ein und half beim Sturz der Novemberverbrecher fleißig mit. Der Wiederaufbau unserer deutschen Luftwaffe wurde ihm zuteil und diese hat er recht gut gelöst. Man blicke hierzu auf unsere Luftherrschaft in den ersten Jahren des Sechsjährigen Krieges und auf die Abschußzahlen unserer Jagdflieger. Das Faß mit Dünkirchen, den Luftwaffe-Felddivisionen, der Versorgung unserer VI. Armee aus der Luft und dergleichen mehr mache ich heute mal nicht auf. An Orden hat unser Göring außerdem das Eiserne Kreuz (mit Großkreuz), das Ritterkreuz und den Hausorden der Hohenzollern eingeheimst. Geheiratet hat er 1923 Carin von Fock und nach deren Tod 1935 Emmy Sonnemann, mit der er die Tochter Edda hatte. Von der Mißgunst des Auslandes gegen die neue Autobahnregierung hören wir in „Aufbau einer Nation“ von unserem Göring: https://archive.org/details/GoeringHermannAufbauEinerNation193461Doppels.ScanFraktur

Da aber bewies Adolf Hitler, daß er nicht nur der starke Wiedererwecker Deutschlands auf innerpolitischem Gebiete war, er bewies jetzt der Welt zum erstenmal, daß er auch außenpolitisch gesehen ein Staatsmann von einzigartigem Format ist. Mitten hinein in diese gewitterschwangere Atmosphäre stieß er durch seine berühmte Friedensrede vor dem Deutschen Reichstag. Fiebernd wartete die Welt an jenem Nachmittage darauf, was der neue Kanzler, der vielverleumdete Mann, der wüste Kriegshetzer, zu sagen hatte. Und er sprach von der tiefen Friedenssehnsucht des deutschen Volkes, sprach von seiner furchtbaren Not, sprach davon, wie alle Kräfte eingesetzt werden müßten, um aus diesem Elend herauszukommen. Sprach von seinem Kampf gegen die Zerstörung, gegen die Arbeitslosigkeit und beteuerte vor der ganzen Welt, daß Deutschland und kein deutscher Staatsmann daran dachte, irgendein Land, gleichgültig welches, anzugreifen, sondern daß dieses Deutschland mit all seinen Nachbarn in von aufrichtiger und von gegenseitiger Achtung getragener Zusammenarbeit leben wollte. Sprach aber auch mit heiligem Ernst und glühender Beredsamkeit von der wiedererwachten deutschen Ehre, von dem deutschen Behauptungswillen, sprach davon, daß wir gewaltige Opfer dem europäischen Frieden gebracht hätten und weiterhin bereit wären, Opfer zu bringen. Daß aber niemals eines preisgegeben werden dürfe, daß eines nicht durch Feigheit erkauft werden könnte, das eine, das ein Volk, wenn es frei leben wollte, nötiger habe als die Luft zum Leben, die Ehre der Nation. Enttäuscht und wutentbrannt waren die Gegner, die nun in wenigen Stunden durch eine meisterhafte Rede ihr ganzes Lügengewebe zerrissen sahen. Bei den anderen Völkern atmeten aber die Menschen auf, die wahrhaft den Frieden wollten und die darum auch verstanden, daß man einem großen Volke wie dem deutschen nicht zumuten dürfe, was man selbst als unerträglich empfindet. Das drohende Unwetter schien zunächst vorübergegangen zu sein. Fieberhaft aber arbeiteten die Gegner Deutschlands weiter, um im Völkerbunde die Schwierigkeiten für Deutschland ins unermeßliche zu steigern und das deutsche Volk in schwerste Konflikte zu stürzen. Auf der Abrüstungskonferenz hatte man schon seit langem die Verantwortung vollständig verschoben. Man sprach kaum noch über die Abrüstung der hochgerüsteten Staaten, die Vorschläge in dieser Richtung waren kaum einer ernsten Erörterung wert. Man konzentrierte sich auch hier wieder nur auf Deutschland. Das abgerüstete, militärisch schwächste Land sollte weiter abrüsten? Deutschland sollte auch hier wieder als der Störenfried Europas vor der Welt gestempelt werden. Unsagbar kränkende Bedingungen wollte man Deutschland auferlegen, um das Hitler-Regime vor seinem eigenen Volk und vor der Welt zu demütigen. Geschickt war man auf dem Parkett von Genf unseren Unterhändlern überlegen. Geschickt verstand man es immer wieder, Deutschland als den Unnachgiebigen zu kennzeichnen. Mit hochtrabenden scheinheiligen Worten erklärte man plötzlich, die Gleichberechtigung, die man im Dezember einem Schleicher-Deutschland zugesagt habe, wenn selbstverständlich auch da nur in der Theorie, könne für ein Hitler-Deutschland keine Geltung haben.“

Bevor es Panzer gab und man auf Ketten nach Gallien fahren konnte, mußte man zu Fuß gehen. Dies hat aber unseren Prinzen Friedrich Karl von Preußen und seine Recken von unserer II. Armee nicht davon angehalten, den Galliern bei Le Mans im Jahre 1871 tüchtig aufs Haupt zu schlagen. Damit haben sie sich das Gallienlied zur Siegesfeier verdient: https://www.youtube.com/watch?v=BkxtNHOl89k Denn mit 73,000 Mann gegen 150,000 Feinde, die sich dazu noch gut verschanzten hatten, zu siegen, gehört zu den zahlreichen Glanzleistungen des gallischen Krieges von 1870-71. Wer daran irgendwelche Zweifel hegen sollte, dem sei ein Blick in Moltkes Geschichte desselbigen ans Herz gelegt: https://archive.org/details/geschichtedesdeu00moltuoft

„Diesen Bataillonen hatte der Kommandierende Befehl gegeben, dem Kampfe mit dem Bajonett ein Ende zu machen. Hauptmann von Mondart führte dasselbe dicht aufgeschlossen im Sturmschritt vor, alle nächsten Abteilungen schlossen sich an, und trotz heftigen Feuers aus dem Walde wurde um achteinhalb Uhr La Tuilerie erreicht, wo nun die XL. Brigade sich entwickelte, während die XXXVII. sich vorwärts Mulsanne zur Unterstützung bereit hielt. Der Gegner verschwand in der Dunkelheit. Anhaltendes Wagengerassel, der Lärm abfahrender Eisenbahnzüge und viel wirres Geschrei deuteten auf den Abzug des Feindes. Aber die fortwährend eingebrachten Gefangenen sagten übereinstimmend aus, daß noch große Massen im Walde lagerten. Zahlreiche Wachfeuer leuchteten von dort her durch die Nacht, und statt zu ruhen, mußten die Truppen sich bereit halten, neuen Angriffen zu begegnen. Um zehneinhalb Uhr wurde dann auch das Anrücken starker feindlicher Abteilungen von Pontlieue her durch die Vorposten gemeldet. Bisher waren es die wenig verläßlichen Nationalgarden des Generals Lalande gewesen, mit welchen man es hier zu tun gehabt hatte, nunmehr aber hatte der Admiral die Division Bouebec gegen La Tuilerie in Bewegung gesetzt und dem General Roquebrune befohlen, ihr Vorgehen zu unterstützen. Wohl eine Stunde lang wurden die in erster Linie stehenden Bataillone in Front und Flanke beschossen und mit einem Hagel von Projektilen überschüttet, aber zum wirklichen Angriff kam es nicht. Nach französischen Berichten waren die Offiziere vergeblich bemüht, ihre Mannschaften vorwärts zu bringen, sie wichen haltlos zurück. Ein späterer Vorstoß von Mobilgarden verlief ebenso erfolglos. Aber noch sollte keine Ruhe eintreten. Morgens zwei Uhr erschallte von Rechts her ein neues Kampfgetöse. Es war die Division Deplanque, welche durch eine Seitenabteilung der XL. Brigade aufgestört wurde. Diese war, um bei der Hand zu sein, auf dem Wege von Ruaudin nach Pontlieue vorgegangen, hatte sich, ohne das Feuer des Gegners zu erwidern, auf die Besatzung von Epinettes geworfen und behauptete sich dort nicht vor dem Ochsenweg.“

Unser alter Rechtsgelehrter und Geschichtsschreiber Samuel von Pufendorf hat heute (1632) Geburtstag. Wohl könnte man nun lange und breit von dessen Werk und seiner Bedeutung reden. Besser aber ist es, einfach einen Teil daraus zum Besten zu geben. Denn damit ehrt man einen großen Denker am Meisten. Wir haben uns zu diesem Zweck sein Buch „Über die Verfassung des deutschen Reiches“ ausgesucht und darin berichtet uns unserer Geburtstagskind nun von der Stellung des Hauses Österreich im politischen Gefüge unseres alten deutschen Reiches. Und natürlich kommt er dabei auch auf die Geheimwaffe der Habsburger, das Heiraten, zu sprechen:

„§. III. Das Haus Österreich

Unter den weltlichen Fürsten räumt man dem Hause Österreich den ersten Platz ein; nicht sowohl wegen seines Alters, als wegen des Umfanges seiner Lande und weil es seit Jahrhunderten schon den Kaiserthron inne hat. Dies Geschlecht ist durch eine seltene Gunst des Schicksals aus kleinen Anfängen zu einer beneidenswerten Höhe emporgestiegen. Rudolph, Graf von Habsburg, der Gründer der österreichischen Macht, beherrschte nur ein kleines, seinem Range angemessenes Gebiet in der Schweiz und den benachbarten Landstrichen, aber er war ein kriegserfahrener Held. Es waren zu jener Zeit fast 20 Jahre hindurch, während des Interregnums, die deutschen Zustände sehr verworren gewesen. Als nun die bedeutendsten Fürsten zusammentraten, um durch eine Kaiserwahl Ruhe und Ordnung herzustellen, schlug Erzbischof Werner von Mainz, welchen Rudolph einst auf einem Römerzuge von Straßburg bis nach den Alpen geleitet hatte, den Grafen vor und bewog, indem er seinen Edelmut und seine Klugheit laut pries, die Erzbischöfe von Köln und Trier zur Zustimmung. Was Werner mit diesem Vorschlage erreichen wollte, wird man leicht einsehen, wenn man den Charakter der Geistlichkeit ein wenig mehr als oberflächlich kennt. Der Erzbischof hoffte eben Rudolph, der sich nicht auf eine vornehme Abkunft stützen konnte, und der doch nur ihm die Krone verdanken würde, auch als Kaiser leicht leiten zu können. Daß keiner von den übrigen Fürsten sich um die Krone bewarb, könnte wunderbar erscheinen, wenn man nicht annehmen will, daß sie daran verzweifelten, die verworrenen deutschen Verhältnisse entwirren und ordnen zu können; manche mochte man auch vielleicht ihres jugendlichen Alters wegen nicht für geeignet halten. So stimmten denn auch die weltlichen Fürsten den drei geistlichen zu, wobei jedoch die Herzöge von Bayern und Sachsen und der Burggraf von Nürnberg sich Töchter Rudolphs zu Gemahlinnen ausbedangen. So trat Rudolph von vorne herein in eine ebenso ehrenvolle wie nützliche Familienverbindung zu den ersten Fürstenhäusern Deutschlands; und seiner eigenen Familie eine Hausmacht zu gründen, bot die Kaiserwürde Gelegenheit genug. Denn wenn ein Reichslehen vakant wurde, wer hatte wohl mehr Anspruch darauf als der Sohn des Kaisers, der aus Anstandsrücksichten es nicht für sich selbst einbehalten durfte? So wurden Österreich, Steiermark, Kärnten, die Wendische Mark und einige andere Gebiete erworben. Anderes kam durch Verleihung anderer Kaiser hinzu, wie es ja überhaupt leichter ist, eine bestehende Macht zu erweitern, als eine neue zu gründen. Fürsten mit so ausgedehnten Erblanden konnte es dann auch nicht schwer werden, reiche Heiraten abzuschließen. Weil nun, um junge Prinzessinnen zu gewinnen, nicht nur Macht und Reichtum, sondern auch Rang und Würde nötig sind, so konnte auch von einem sonst strengen Vater der Sohn leicht die Vergünstigung erhalten, durch einen besonderen Titel, den erzherzoglichen, vor den anderen Fürsten ausgezeichnet zu werden. Übrigens sind in dieser Angelegenheit die Österreicher mit bemerkenswerter Klugheit vorgegangen. Denn die alten Fürsten wären gewiß nur schwer und durch gehässige Maßregeln zu bewegen gewesen, dem neuen Fürstenhause einen höheren Rang auf dem Reichstage einzuräumen. Deshalb setzten die Österreicher sich auf die Bank der geistlichen Fürsten, und hier erhielten sie leicht den ersten Platz. Denn von diesen, die meist nicht aus fürstlichem Geschlechte stammen und gewöhnlich erst durch ihr Amt Fürsten werden, waren keine großen Schwierigkeiten zu erwarten. Außerdem bekam Österreich so, alternierend mit dem Erzbischof von Salzburg, den Vorsitz im Fürstenrat. Übrigens darf man den Österreichern wegen dieses Verfahrens keine Vorwürfe machen, vielmehr wäre es die größte Torheit gewesen, wenn sie die günstige Gelegenheit zu benützen versäumt hätten. Jetzt umfaßt das österreichische Gebiet den größten Teil des östlichen Deutschlands. Dazu kommt noch das Königreich Ungarn, das den Habsburgern fast erblich gehört, und das den übrigen österreichischen Landen als Außenwerk gegen die Türkeneinfälle dient, die dann wieder einen passenden Vorwand abgeben, von den Deutschen Geld zusammenzubetteln.

§. IV. Fortsetzung

Zu beachten ist nun, daß die Kaiserwürde nicht nur deswegen dem österreichischen Hause so lange verblieben ist, weil kaum ein anderes deutsches Fürstenhaus fähig war, das Kaisertum aus eigenen Mitteln hinreichend zu repräsentieren, sondern namentlich deshalb, weil Österreich, Dank seiner schlauen Politik, ohne Schwierigkeit einen besonderen Staat würde bilden können, wenn einmal ein anderer zum Kaiserthron gelangte. Denn die Österreicher haben sich mit solchen Privilegien ausgestattet, daß sie, wenn es ihnen nicht gefällt, die Hoheit eines anderen Kaisers anzuerkennen, gleich sagen können, sie hätten mit dem deutschen Reiche nichts gemein, ihr Gebiet bilde einen besonderen Staat, oder mindestens brauchten sie nur bedingungsweise und so weit es ihnen selbst passe, sich dem Kaiser zu unterwerfen. ein solcher Schritt würde aber nicht nur den Reichskörper völlig verstümmeln, wenn sich ein so wichtiges Glied völlig von ihm losrisse, sondern er würde auch anderen, die aus eigenen Füßen stehen zu können meinen, zum Vorbilde dienen; und wenn das Beispiel einmal gegeben ist, werden auch schwächere Stände sich jeder Abhängigkeit entziehen wollen. So würde Deutschland unserem Italien ähnlich werden, dessen jetziger Zustand freilich meines Erachtens auch keine lange Dauer zu haben verspricht. Daß die geäußerte Besorgnis aber keine unbegründete ist, daran wird Niemand zweifeln, der da weiß, daß die Krone Böhmens fast nur bei der Kaiserwahl als Glied des Reiches auftritt, und der die österreichischen Privilegien einmal genauer ins Auge faßt. Ich will nur Weniges aus dem Privileg Karls V. anführen, in dessen Eingange der Kaiser selbst bekennt, es sei das Bestreben aller Menschen, für ihre Familie zu sorgen. Dort heißt es: Österreich soll ein ewiges Lehen sein, das der Kaiser nie einziehen darf. Der Herzog soll des Kaisers Rat sein; ohne ihn zu hören soll kein wichtiger Beschluß gefaßt werden. Sein Gebiet soll von allen Reichslasten frei, aber das Reich zu dessen Schutz verbunden sein. Österreich gehört also nur zum Reiche, wo es Rechte auszuüben, nicht wo es Pflichten zu erfüllen gilt. Der Herzog von Österreich braucht die Belehnung nicht außerhalb seines Gebietes nachzusuchen, sondern sie ist innerhalb desselben vorzunehmen. Natürlich, er will nicht durch die einfache Lehnshuldigung anerkennen, daß er dem Reiche unterworfen ist, gleich als ob er noch gebeten werden müsse, des Reiches Vasall zu werden, wie ja auch die Insignien, die bei seiner Belehnung gebraucht werden, kund tun, daß mit ihm wie mit einem Gleichstehenden, nicht wie mit einem Untertan verhandelt werden muß. Er darf auf den Reichstagen erscheinen, ist aber nicht dazu verpflichtet. Was er in seinem Gebiet anordnet, darf der Kaiser nicht umstoßen. Das Reich darf in Österreich keine Lehen erwerben, österreichische Untertanen dürfen nicht vor auswärtige Gerichte gezogen werden, gegen österreichische Gerichte gibt es keine Appellation. Der Herzog darf in der Reichsacht befindliche Personen in Österreich aufnehmen; nur muß er dem Kläger den Rechtsweg gegen sie offen halten. Wer aber vom Herzog von Österreich geächtet ist, kann nur von ihm und nur in Österreich wieder frei gesprochen werden. Er darf in den Grafen-, Freiherrn- und Adelsstand erheben, was sonst in Deutschland als ein Reservatrecht des Kaisers gilt. Endlich, wenn der österreichische Mannesstamm ausstirbt, tritt die weibliche Erbfolge ein, und wenn auch weibliche Erben fehlen, hat der letzte Herzog das freie Verfügungsrecht über seine Lande, eine Bestimmung, die doch deutlich genug zeigt, daß dem Reiche keine Rechte in Österreich zustehen. Ich brauche nichts weiter hinzuzufügen; denn das Gesagte beweist für jeden Verständigen genug. So müßte man auch sehr töricht sein, wenn man nicht einsähe, wie Karl V. nur zum Hohn seine Niederlande für einen Teil des Reiches erklärt hat, mit der großartigen Versicherung, sie würden dem Reiche ebenso viel einbringen, wie zwei Kurlande zusammen. Denn die Reichseinkünfte werden ja nur zum Türkenkriege, also zum Schutz der österreichischen Erblande verwendet. Und da die Erhebung dieser Abgaben in der Hand Österreichs lag, so hätte man voraussehen können, daß gegen die Niederländer, wenn sie im Zahlen säumig wären, nicht allzu streng würde verfahren werden. Unter diesen Umständen darf ein Italiener wohl vermuten, daß Karl die Deutschen nur hat bewegen wollen, ihr Geld leichter für ihnen eigentlich fremde Zwecke herzugeben, indem er ihnen zeigte, daß der Kaiser selbst einen Teil der Lasten auf seine Erblande zu übernehmen bereit sei. Auch mag bei Karl die Absicht zu Grunde gelegen haben, nachdem er die österreichischen Erblande in Deutschland an Ferdinand abgetreten hatte, seinem Sohne Philipp bei einer etwaigen Bewerbung um die Kaiserkrone den Einwurf zu ersparen, er habe keine Besitzungen im Reiche; endlich mag er auch erwogen haben, daß den Niederlanden so gegen französische Angriffe der deutsche Schutz gesichert sei. Heute hat das Haus Österreich nur noch zwei männliche Sprossen, Kaiser Leopold und König Karl von Spanien, dem nur sehr Wenige ein langes Leben in Aussicht stellen. So wünschen denn viele Deutsche, daß Leopolds Ehe mit männlicher Nachkommenschaft gesegnet sein möge, da sie fürchten, daß die Totenopfer für den letzten Sproß eines so glorreichen Geschlechtes in allzu verderblichen Kämpfen bestehen werden.“

Heute hat die Johanna von Orleans Geburtstag und ich will der gallischen Nationalheldin auch ein wenig gedenken. Schließlich hatte die junge Dame auch so ihre liebe Mühe mit den Engländern und diese mit ihr. Nachdem sie deren Belagerung von Orleans zunichte gemacht, sie in mehreren Schlachten geschlagen und Karl VII. von Gallien in Reims zum König gekrönt hatte, geriet sie den Engländern in die Hände. Doch brach die Gefangenschaft ihren Geist keineswegs wie dieser kleine Schwank zeigt, den ein burgundischer Ritter uns berichtet:

„Dann bracht man sie ins Schloß von Rouen, in ein auf die Felder blickendes Gefängnis, und während der Zeit, in der sie dort eingekerkert war, kam auch der Graf von Ligny nach Rouen. Ich begleitete ihn. Eines Tages wollte der Graf sie sehen und ging zu ihr in Begleitung des Grafen von Warwick und des englischen Kronfeldherren, Humphrey von Strafford. Und in Gegenwart des Kanzlers von England, Henry Beaufort – ich war auch dabei -, wandte er sich an Johanna und sagte zu ihr: „Johanna, ich bin gekommen, um Euch gegen ein Lösegeld freizugeben – unter der Bedingung, daß Ihr versprecht, nie wieder gegen uns die Waffen zu erheben.“ Sie antwortete: „Bei Gott, Ihr spottet meiner: Ich weiß wohl, daß Ihr darüber zu befinden weder den Willen noch die Macht habt.“ Sie wiederholte das zweimal, weil er darauf beharrte, und fügte hinzu: „Ich weiß wohl, daß die Engländer auf mein Sterben sinnen, denn sie glauben, sie könnten nach meinem Tod das Königreich Frankreich gewinnen. Aber wenn sie auch hunderttausend Goddams mehr wären als jetzt, sie werden das Reich nicht haben.“ Der Graf von Strafford war darüber sehr empört und zog seinen Degen zur Hälfte aus der Scheide, um sie zu schlagen. Aber der Graf von Warwick hielt ihn zurück.“