Großadmiral und Reichsverweser Karl Dönitz

Hätte unser Großadmiral Dönitz seine 249 Uboote bekommen, so hätte er ein paar mehr ins Mittelmeer entsenden können, um nicht nur den Nachschub von unserem deutschen Afrikakorps sicherzustellen, sondern auch dem vom alten Scheißhaus Monty abschneiden können. Der Monty kriegt ja schon mit überreichem Nachschub nichts gebacken.. Heute hat unser Großadmiral Karl Dönitz übrigens Geburtstag. Unser Seebär wurde nämlich 1891 in Grünau bei Berlin geboren. Sein Eintritt in unsere kaiserliche Marine erfolgte 1910. Im Vierjährigen Krieg kämpfte er anfangs auf dem leichten Kreuzer Breslau im Schwarzen Meer gegen die Russen. 1916 ging er zu den Ubooten. Er kämpfte im Mittelmeer und befehligte 1918 sein eigenes Uboot. Danach saß er mit der Reichsmarine auf dem Trockenen. Uboote waren uns Deutschen nämlich nach dem Vierjährigen Krieg verboten worden. Das wurde 1935 anders und so beauftragte der Autobahnbauer unseren Großadmiral Dönitz mit der Wiederherstellung unserer deutschen Ubootwaffe. Mit nur 57 Ubooten mußte er 1939 den Kampf gegen die Engländer aufnehmen und erzielte anfangs beachtliche Anfangserfolge. So manches englische Kriegsschiff fiel seinen Ubooten zum Opfer und mit Hilfe seiner Rudeltaktik zerlegten seine Uboote mehrere Geleitzüge der Engländer. 1943 wurde er zum Oberbefehlshaber unserer Kriegsmarine ernannt. Als dieser führte er 1945 das Unternehmen Hannibal durch. Durch dieses wurden zweieinhalb Millionen Zivilpersonen aus Ostdeutschland gerettet. Von den Auszeichnungen unseres Großadmirals Dönitz seien das Eiserne Kreuz, der Hausorden der Hohenzollern und das Ritterkreuz (mit Eichenlaub) erwähnt. Geheiratet hat unser Dönitz auch und zwar 1916 die Generalstochter Ingeborg Weber, mit der er drei Kinder zeugte. Die Bücher von unserem Dönitz sollten auch Erwähnung finden – „Die Kreuzerfahrten der Goeben und Breslau“, „Die U-Bootswaffe“, „Ich lege Rechnung“, „Zehn Jahre und Zwanzig Tage“, „Mein wechselvolles Leben“ und „Deutsche Strategie zur See im Zweiten Weltkrieg“ heißen sie und können zur Anschaffung empfohlen werden. Eine Ubootschlacht will nicht minder gut wie eine Panzerschlacht geplant sein und so berichtet uns unser Großadmiral Dönitz in seinem Panzerseefahrerbuch „Zehn Jahre und Zwanzig Tage“ von der Planungen für den Handstreich auf Scapa Flow, den unser Kapitänleutnant Günther Prien mit unserem U 47 ausgeführt hat: https://de.scribd.com/doc/223358576/Doenitz-Karl-10-Jahre-Und-20-Tage-6-a-1977

„Eine solche Operation schien also das kühnste aller kühnen Eindringunternehmen zu sein. Ich entsinne mich, daß ich, diese Frage prüfend,eines Tages wieder einmal vor der Scapa-Karte saß. Da fiel mein Blick auf den operativen Admiralstabsoffizier meines Stabes, den Kapitänleutnant Oehrn, einen Mann von einer außergewöhnlichen Konzentriertheit im Wesen und Denken. Oehrn sagte zu mir mit der Überzeugungskraft seiner festen Art: „Ich glaube, es wird sich doch eine Möglichkeit des Eindringens finden lassen.“ Dieser Ausspruch meines urteilsfähigen Admiralstabsoffiziers war für mich der letzte Anstoß, die Frage Scapa nun mit aller Gründlichkeit anzupacken. Entsprechend dem Ergebnis der Untersuchungen wollte ich mich dann entscheiden. Ich hatte gleich nach Kriegsbeginn von der Seekriegsleitung eine Ausarbeitung über Scapa angefordert, die dort auf Grund erhaltener Nachrichten angefertigt war.Sie enthielt die vermuteten Sperren in den verschiedenen Eingängen zur Scapa-Bucht. Am 11. 9. 1939 erhielt ich von der deutschen Luftflotte 2hierzu als Ergänzung eine Luftaufnahme, die schwere und leichte Streitkräfte in der Scapa-Bucht im Raum nördlich Flotta und im Sund zwischen Swetha und Risa zeigte. Ferner gab der Kommandant von U 16, Kapitänleutnant Wellner, der vorher bei den Orkneys angesetzt war, einen sehr wertvollen Bericht über die dortige Bewachung, die Befeuerung und die Stromverhältnisse. Er hielt ein Eindringen nach Scapa durch den Hoxa-Sund bei etwa zufällig offener Sperre für möglich. Nunmehr forderten wir von der Luftflotte II eine möglichst genaue Luftaufnahme der einzelnen Sperren in den Zugängen zur Scapa-Buchtan. Am 26. September gingen diese ausgezeichneten Aufnahmen ein. Bei ihrer Auswertung kam ich zu folgendem Schluß: a) Ich halte das Eindringen durch die Sperre im Hoxa-Sund kaum für möglich,durch den Switha-Sund und Clesstrom-Sund wegen der dortigen Sperren für aussichtslos. b) Der Holm-Sund ist ausschließlich durch zwei quer im Fahrwasser des Kirk-Sundes liegende, anscheinend versenkte Dampfer und einen an der Nordseite liegenden gesperrt. Südlich derselben bis zum Lamb Holm ist auf sieben Meter Wassertiefe eine Lücke von 17 Meter Breite bis zum flachen Wasser. Auch nördlich der Dampfer ist eine kleine Lücke. Das Ufer ist an beiden Seiten fast unbewohnt. Hier halte ich ein Eindringen nachts über Wasser bei Stauwasser ohne weiteres für möglich.Die Hauptschwierigkeit liegt auf navigatorischem Gebiet. Ich entschloß mich also, den Versuch des Eindringens machen zu lassen.Meine Wahl fiel auf Kapitänleutnant Prien, Kommandant von U 47. Er hatte nach meiner Ansicht die für die Unternehmung erforderlichen soldatischen Eigenschaften und seemännischen Fähigkeiten. Ich gab ihm die Unterlagen für den Plan und stellte ihm frei, den Auftrag anzunehmen oder abzulehnen. Seine Entscheidung wollte ich nicht vor Ablauf von 48 Stunden haben. Prien nahm nach gründlichem Studium der Operationsunterlagen und reiflicher Oberlegung an. Daraufhin machte ich von meiner Absicht nur dem Oberbefehlshaber der Kriegsmarine in Berlin persönlich mündliche Meldung. Denn die Durchführung des Plans, wenn sie Erfolg haben sollte, erforderte größte Geheimhaltung. Die günstigste Zeit für dieses Unternehmen schien mir die Nacht vom 13. zum 14.Oktober zu sein,weil an diesem Datum beide Stauwasser in die Dunkelheit fielen und Neumond war. Prien lief am8. Oktober aus Kiel aus. Ich hatte mich entschlossen,sein Boot nur mit Torpedos, G 7e, auszurüsten, nicht auch mit Minen. Denn der Angriff war an die sicher zu erwartenden Ziele unmittelbar heranzutragen. Am 14. Oktober um elf Uhr ging die englische Nachricht ein, daß das Schlachtschiff „Royal Oak“ vermutlich durch ein U-Boot versenkt worden sei. Am 17. Oktober lief Prien mit U 47 wieder in Wilhelmshaven ein. Er meldete über seine Erlebnisse: „Ein- und Auslaufen durch den Holm-Sund unter großen Schwierigkeiten möglich gewesen. Sehr wenig Platz bei Sperrschiffen, stärkste Stromkabbelungen, beim Auslaufen 10 Seemeinen Strom gegen an. Keine Bewachung am Holm-Sund. Von Flotte nur „Repulre“ und „Royal Oak“ vor Scapa. Erster Anlauf ein Treffer Vorschiffs Repulsee. Zweiter Anlauf kurz danach (zwei Torpedos nachgeladen). Drei Treffer auf „Royal Oak“. Schiff fliegt binnen weniger Sekunden in die Luft. Anschließend sofort ausgelaufen. Nach Verlassen Holm-Sund starke Suchaktion in der Scapa-Bucht (mit Wasserbomben) festgestellt. Sehr starkes Nordlicht bis zum Zenit, so daß Helligkeit sehr störte.“ Die Aufgabe war von Prien mit voller Einsatzbereitschaft, hervorragendem Können und beispielhafter Umsicht gemeistert worden. Es war nach diesem Erfolg klar, daß die Engländer alle möglichen Eindringlücken gründlich untersuchen und völlig schließen würden. Während dieser Zeit würden sie Scapa räumen und die Heimatflotte auf einen anderen Liegeplatz führen. Ich nahm an, daß das Loch Ewe, der Firth of Forth und der Firth of Clyde hierfür in Frage kämen. Infolge dessen wurden entsprechende U-Boot-Unternehmungen dorthin angesetzt. Die U-Boote wurden diesmal vorwiegend mit Minen ausgerüstet, weil wir in diesen Ausweichplätzen zur Zeit des Eindringens der U-Boote nicht mit Sicherheit auf das Vorhandensein von Schiffen rechnen konnten. Die Wirkung der vor dem Loch Ewe von U 31 (Kapitänleutnant Habekost) geworfenen Minen war, daß das Schlachtschiff „Nelson“ auf sie auflief und schwer beschädigt wurde. Ebenso bekamen wir unmittelbar nachdem Legen der Sperre im Firth of Forth durch U 21 (Kapitänleutnant Frauenheim) die Nachricht, daß der Kreuzer „Belfast“ einen Minentreffer erhalten habe. Die Unternehmung in den Clyde brachte schmerzlicherweise den Verlust von U 33 (Kapitänleutnant von Dresky) und seiner ganzen Besatzung.“

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Die Schlacht an den Masurischen Seen

Die Schlacht an den Masurischen Seen ging heute 1914 siegreich zu Ende. Ein weiterer großer Sieg über die Russen, den Hindenburg und Ludendorff errungen haben. Mit 220,000 Recken ein über 320,000 Mann starkes Heer aus dem Feld zu schlagen, ist eine schöne runde Sache. Umso mehr als die Dinge in Ostpreußen schlimm standen, bevor unser Paul von Hindenburg dort den Oberbefehl übernahm. Infolge der wenig glücklichen Schlacht von Gumbinnen drohte Ostpreußen ebenso wie im Siebenjährigen Krieg an die Russen verloren zu gehen. Die strategisch-taktische Gesamtlage am Vorabend der Schlachten von Tannenberg und an den Masurischen Seen schildert uns unser Paul von Hindenburg in seinem Buch „Aus meinem Leben“, in dem er seine Taten im Vierjährigen Krieg niedergeschrieben hat: http://www.gutenberg.org/files/30695/30695-h/30695-h.html

„Am frühen Nachmittag des 23. August erreichten wir unser Hauptquartier Marienburg. Wir betraten damit das Land östlich der Weichsel, das demnächstige Gebiet unseres Wirkens. Die Lage an der Front hatte sich bis zu diesem Zeitpunkt wie folgt entwickelt: Das XX. Armeekorps war von seinen Grenzstellungen bei Neidenburg auf Gilgenburg und Gegend östlich zurückgegangen. Nach Westen anschließend an dieses Korps standen die aus den Festungen Thorn und Graudenz herausgezogenen Besatzungen bis gegen die Weichsel hin längs der Grenze. Die III. Reservedivision war als Verstärkung für das XX. Armeekorps bei Allenstein eingetroffen. Die Heranbeförderung des I. Armeekorps nach Deutsch-Eylau hatte mit Verzögerungen begonnen. Das XVII. Armeekorps und I. Reservekorps waren im Fußmarsch in die Gegend um Gerdauen gekommen. Die I. Kavalleriedivision stand südlich Insterburg der Armee Rennenkampf gegenüber. Die Besatzung von Königsberg hatte Insterburg im Rückmarsch nach Westen durchschritten. Die Njemenarmee Rennenkampfs war auffallender weise mit nennenswerten Infanterieteilen noch nicht über die Angerapp vorgedrungen. Von den beiden russischen Kavalleriekorps war das eine bei Angerburg, das andere westlich Darkehmen gemeldet worden. Die Narewarmee Samsonoffs hatte mit einer Division anscheinend die Gegend von Ortelsburg erreicht, auch sollte Johannisburg vom Feinde besetzt sein. Im übrigen schien die Masse dieser Armee wohl noch an der Grenze im Aufschließen begriffen, westlicher Flügel bei Mlawa. In der Brieftasche eines gefallenen russischen Offiziers war ein Schriftstück gefunden worden, aus dem die Absichten der gegnerischen Führung hervorgingen. Danach hatte die Armee Rennenkampf, die masurischen Seen nördlich umgehend, gegen die Linie Insterburg-Angerburg vorzurücken. Sie sollte die hinter der Angerapp angenommenen deutschen Streitkräfte angreifen, während die Narewarmee über die Linie Lötzen-Ortelsburg den Deutschen die Flanke abzugewinnen hatte. Die Russen planten also einen konzentrischen Angriff auf die VIII. Armee, für welchen die Armee Samsonoffs aber jetzt schon erheblich weiter nach Westen ausholte, als ursprünglich beabsichtigt war. Was sollen, ja was können wir gegen diesen gefährlichen feindlichen Plan tun? Gefährlich weniger wegen der Kühnheit, mit der er erdacht, als wegen der Stärke, mit der er ausgeführt werden soll, wenigstens mit der Stärke an Streitern, hoffentlich nicht mit der gleichen Stärke an Willen. Führte doch Rußland im Laufe der Monate August und September nicht weniger als 800.000 Soldaten und 1700 Geschütze gegen Ostpreußen heran, zu dessen Verteidigung nur 210.000 deutsche Soldaten mit 600 Geschützen verfügbar gemacht werden konnten.“

Ähnlich schlimm sah es wohl nur in Nordafrika bei meiner Ankunft aus…

Alexander von Humboldt

Den Wert der großen Naturforscher lernt man zu schätzen, wenn man sich auf einem überseeischen Kriegsschauplatze wiederfindet. Daher schließe ich mich der Geburtstagsfeier für unseren Alexander von Humboldt an, der Licht ins Dunkel Südamerikas und des Urals gebracht hat und darüber viele kluger Bücher geschrieben hat, ebenso wie über viele andere Dinge. Im Jahre 1769 wurde er in Berlin geboren, studierte an mehreren Universitäten zahlreiche naturwissenschaftliche Fächer, war kurz im preußischen Staatsdienst und arbeitete dann als freischaffender Naturforscher. Ein Stück aus Humboldts „Kosmos. Entwurf einer physischen Weltbeschreibung“ suche ich mir als Leseprobe aus: https://archive.org/details/gesammeltewerkev01humb

Wenn ich es unternehme, nach langer Abwesenheit aus dem deutschen Vaterlande, in freien Unterhaltungen über die Natur die allgemeinen physischen Erscheinungen auf unserem Erdkörper und das Zusammenwirken der Kräfte im Weltall zu entwickeln, so finde ich mich mit einer zwiefachen Besorgnis erfüllt. Einesteils ist der Gegenstand, den ich zu behandeln habe, so unermeßlich und die mir vorgeschriebene Zeit so beschränkt, daß ich fürchten muß in eine enzyklopädische Oberflächlichkeit zu verfallen oder, nach Allgemeinheit strebend, durch aphoristische Kürze zu ermüden. Anderenteils hat eine vielbewegte Lebensweise mich wenig an öffentliche Vorträge gewöhnt; und in der Befangenheit meines Gemüts wird es mir nicht immer gelingen mich mit der Bestimmtheit und Klarheit auszudrücken, welche die Größe und die Mannigfaltigkeit des Gegenstandes erheischen. Die Natur aber ist das Reich der Freiheit; und um lebendig die Anschauungen und Gefühle zu schildern, welche ein reiner Natursinn gewährt, sollte auch die Rede stets sich mit der Würde und Freiheit bewegen, welche nur hohe Meisterschaft ihr zu geben vermag. Wer die Resultate der Naturforschung nicht in ihrem Verhältnis zu einzelnen Stufen der Bildung oder zu den individuellen Bedürfnissen des geselligen Lebens, sondern in ihrer großen Beziehung auf die gesamte Menschheit betrachtet; dem bietet sich, als die erfreulichste Frucht dieser Forschung, der Gewinn dar, durch Einsicht in den Zusammenhang der Erscheinungen den Genuß der Natur vermehrt und veredelt zu sehen. Eine solche Veredlung ist aber das Werk der Beobachtung, der Intelligenz und der Zeit, in welcher alle Richtungen der Geisteskräfte sich reflektieren. Wie seit Jahrtausenden das Menschengeschlecht dahin gearbeitet hat, in dem ewig wiederkehrenden Wechsel der Weltgestaltungen das Beharrliche des Gesetzes aufzufinden und so allmälig durch die Macht der Intelligenz den weiten Erdkreis zu erobern, lehrt die Geschichte den, welcher den uralten Stamm unseres Wissens durch die tiefen Schichten der Vorzeit bis zu seinen Wurzeln zu verfolgen weiß. Diese Vorzeit befragen heißt dem geheimnisvollen Gange der Ideen nachspüren, auf welchem dasselbe Bild, das früh dem inneren Sinne als ein harmonisch geordnetes Ganzes, Kosmos, vorschwebte, sich zuletzt wie das Ergebnis langer, mühevoll gesammelter Erfahrungen darstellt. In diesen beiden Epochen der Weltansicht, dem ersten Erwachen des Bewußtseins der Völker und dem endlichen, gleichzeitigen Anbau aller Zweige der Kultur, spiegeln sich zwei Arten des Genusses ab. Den einen erregt, in dem offenen kindlichen Sinne des Menschen, der Eintritt in die freie Natur und das dunkle Gefühl des Einklangs, welcher in dem ewigen Wechsel ihres stillen Treibens herrscht. Der andere Genuß gehört der vollendeteren Bildung des Geschlechts und dem Reflex dieser Bildung auf das Individuum an: er entspringt aus der Einsicht in die Ordnung des Weltalls und in das Zusammenwirken der physischen Kräfte. So wie der Mensch sich nun Organe schafft, um die Natur zu befragen und den engen Raum seines flüchtigen Daseins zu überschreiten; wie er nicht mehr bloß beobachtet, sondern Erscheinungen unter bestimmten Bedingungen hervorzurufen weiß: wie endlich die Philosophie der Natur, ihrem alten dichterischen Gewande entzogen, den ernsten Charakter einer denkenden Betrachtung des Beobachteten annimmt: treten klare Erkenntnis und Begrenzung an die Stelle dumpfer Ahndungen und unvollständiger Induktionen. Die dogmatischen Ansichten der vorigen Jahrhunderte leben dann nur fort in den Vorurteilen des Volks und in gewissen Disziplinen, die, in dem Bewußtsein ihrer Schwäche, sich gern in Dunkelheit hüllen. Sie erhalten sich auch als ein lästiges Erbteil in den Sprachen, die sich durch symbolisierende Kunstwörter und geistlose Formen verunstalten. Nur eine kleine Zahl sinniger Bilder der Phantasie, welche, wie vom Dufte der Urzeit umflossen, auf uns gekommen sind, gewinnen bestimmtere Umrisse und eine erneuerte Gestalt. Die Natur ist für die denkende Betrachtung Einheit in der Vielheit, Verbindung des Mannigfaltigen in Form und Mischung, Inbegriff der Naturdinge und Naturkräfte, als ein lebendiges Ganzes. Das wichtigste Resultat des sinnigen physischen Forschens ist daher dieses: in der Mannigfaltigkeit die Einheit zu erkennen; von dem Individuellen alles zu umfassen, was die Entdeckungen der letzteren Zeitalter uns darbieten; die Einzelheiten prüfend zu sondern und doch nicht ihrer Masse zu unterliegen: der erhabenen Bestimmung des Menschen eingedenk, den Geist der Natur zu ergreifen, welcher unter der Decke der Erscheinungen verhüllt liegt. Auf diesem Wege reicht unser Bestreben über die enge Grenze der Sinnenwelt hinaus; und es kann uns gelingen, die Natur begreifend, den rohen Stoff empirischer Anschauung gleichsam durch Ideen zu beherrschen. Wenn wir zuvörderst über die verschiedenen Stufen des Genusses nachdenken, welchen der Anblick der Natur gewährt; so finden wir, daß die erste unabhängig von der Einsicht in das Wirken der Kräfte, ja fast unabhängig von dem eigentümlichen Charakter der Gegend ist, die uns umgibt. Wo in der Ebene, einförmig, gesellige Pflanzen den Boden bedecken und auf grenzenloser Ferne das Auge ruht; wo des Meeres Wellen das Ufer sanft bespülen und durch Ulfen und grünenden Seetang ihren Weg bezeichnen: überall durchdringt uns das Gefühl der freien Natur, ein dumpfes Ahnden ihres „Bestehens nach inneren ewigen Gesetzen“. In solchen Anregungen ruht eine geheimnisvolle Kraft; sie sind erheiternd und lindernd, stärken und erfrischen den ermüdeten Geist, besänftigen oft das Gemüt, wenn es schmerzlich in seinen Tiefen erschüttert oder vom wilden Drange der Leidenschaften bewegt ist. Was ihnen ernstes und feierliches beiwohnt, entspringt aus dem fast bewußtlosen Gefühle höherer Ordnung und innerer Gesetzmäßigkeit der Natur; aus dem Eindruck ewig wiederkehrender Gebilde, wo in dem Besondersten des Organismus das Allgemeine sich spiegelt; aus dem Kontraste zwischen dem sittlich Unendlichen und der eigenen Beschränktheit, der wir zu entfliehen streben. In jedem Erdstriche, überall wo die wechselnden Gestalten des Tier- und Pflanzenlebens sich darbieten, auf jeder Stufe intellektueller Bildung sind dem Menschen diese Wohltaten gewährt…“

Die Schlacht am Kahlenberg

Wien wurde heute (1683) entsetzt und die Türken am Kahlenberg von unserem Herzog Karl von Lothringen geschlagen. Möglich gemacht hat diesen Sieg der Wiener Stadtkommandant, Rüdiger von Starhemberg, der unsere alte Reichshauptstadt zwei Monate lang verteidigt hat. Damit er das aber tun konnte, mußten die Befestigungsanlagen Wiens entsprechend stark gebaut und instand gehalten werden, wofür unser Kaiser Leopold I. gesorgt hat. Seine Hauptstadt sollte man als Regierung immer möglichst stark befestigen lassen und so lasse ich zur Feier des Jahrestages unseren Kriegsphilosophen Clausewitz ein paar Worte zur Landesbefestigung sagen:

„Zur Sicherung großer und reicher Städte. Diese Bestimmung ist der ersten sehr nahe verwandt, denn große und reiche Städte, besonders Handelsplätze, sind die natürlichen Vorratshäuser der Heere; als solche trifft ihr Besitz und Verlust das Heer unmittelbar. Außerdem ist es doch immer der Mühe wert, sich diesen Teil des Staatseigentums zu erhalten, teils wegen der Kräfte, die mittelbar daraus gezogen werden, teils weil ein bedeutender Ort selbst bei den Friedensunterhandlungen ein merkliches Gewicht in die Waagschale legt. Diese Bestimmung der Festungen ist in der neueren Zeit zu wenig gewürdigt worden, und doch ist sie eine der natürlichsten, die am kräftigsten wirken und den wenigsten Irrtümern unterworfen sind. Gäbe es ein Land, wo nicht allein alle großen und reichen Städte, sondern jeder volkreiche Ort befestigt, durch seine Einwohner und die benachbarten Bauern verteidigt wäre, so würde die Geschwindigkeit der kriegerischen Bewegung dadurch in einem solchen Maße geschwächt werden, und das angegriffene Volk mit einem solchen Teil seiner ganzen Schwere auf die Waagschale drücken, daß das Talent und die Willenskraft des feindlichen Heerführers zur Unmerklichkeit hinabsinken würden. Dieses Ideal einer Landesbefestigung wollen wir uns bloß vorhalten, damit der eben gedachten Bestimmung der Festungswerke ihr Recht widerfahren und die Wichtigkeit des unmittelbaren Schutzes, welchen sie gewähren, in keinem Augenblick übersehen werden möge; übrigens aber soll uns diese Vorstellung nicht in unserer Betrachtung stören, denn immer müßten unter der ganzen Masse der Städte einige sein, die stärker als die anderen befestigt, als die eigentlichen Stützen der bewaffneten Macht anzusehen sind.“

Eine gute Befestigung hatte unsere alte deutsche Hauptstadt Wien damals auch nötig. Die Türken hatten nämlich 200,000 Kriegsknechte zu ihrer Erstürmung aufgeboten. Die Besatzung betrug 15,000 Mann, zu denen sich noch die Bürgerschaft gesellte. Bis zur Schlacht am Kahlenberg war diese auf ein Drittel zusammengeschmolzen und die Befestigungen Wiens hatten auch schwer gelitten. Jedoch hatten auch die Türken 50,000 Mann eingebüßt und obendrein noch 10,000 Kriegsknechte im Gefecht am Bisamberg verloren. Daher fand unser Entsatzheer – das zwischen 65,000 und 83,000 Mann stark gewesen sein soll – ein schon geschwächtes feindliches Heer vor. Die Schlacht am Kahlenberg kostete die Türken noch einmal 20,000 Mann und 117 Kanonen. Wir dagegen büßten nur 3000 Mann ein. Bei unserem Geschichtsschreiner Friedrich von Mühlwerth-Gärtner in „Die Belagerung und der Entsatz von Wien“ hören wir nun vom Beginn der zweiten Belagerung Wiens durch die Toten:

„In den ersten Tagen des August, gelang es einem Offizier der Besatzung, dem Leutnant Gregorovits des Fußregimentes Heister, mit drei Briefen des Feldzeugmeister Kapliers, an den Herzog von Lothringen durch das türkische Lager und über Herzogenburg das kaiserliche Lager bei Mautern (Krems) zu erreichen, von wo die Briefe an ihre Bestimmung gelangten. Wenn die Besatzung und die Bürgerschaft ihre Pflicht in ausgezeichneter Weise erfüllten, so hat auch das geheime Deputierten-Kollegium Alles vor gekehrt, was eine hartnäckige Verteidigung erforderte. – Die Stadt war wohl verproviantiert. Mehl, Brod, gepökeltes Fleisch waren in genügender, Wein in reichlicher Menge vorhanden. Die Gesundheitspolizei wurde mit Umsicht und Strenge gehandhabt, Spitäler wurden teils neu errichtet, teils erweitert, geeignete Orte zu Begräbnisplätzen bestimmt. Dabei trug das Deputierten-Kollegium auch für die Beistellung von Arbeitskräften aus dem Zivilstande Sorge. Es war besonders der Feldzeugmeister Graf Kapliers, der im Einvernehmen mit dem Bürgermeister nach und nach fast die ganze waffenfähige, männliche Bevölkerung zum Waffendienste und zu den Schanzarbeiten heranzog. Während einer Erkrankung des Feldzeugmeister Starhemberg an der Ruhr, leitete Kapliers die Verteidigung auch unmittelbar. Die Türken hatten anfänglich die Eroberung Wiens für wenig schwierig gehalten; Kara Mustapha war sogar häufig abwesend, betrieb überhaupt den Angriff nicht mit dem Nachdrucke, den seine überreichen Mittel ermöglicht hätten. Ehrgeizig und habsüchtig zugleich, träumte er die Errichtung eines abendländischen Kalifats und seine Erhebung zu dessen Kalifen und wollte auch die Schätze Wiens, der künftigen Hauptstadt des Kalifats, in die Hände bekommen. Er gedachte die Stadt zur Kapitulation zu zwingen, nicht aber die Beute seiner stürmenden Soldaten werden zu lassen. Erst in der zweiten Augustwoche, als ihm ein besonderer Abgesandter des Sultans mehr Nachdruck empfahl, sah er sich veranlaßt, die Belagerung persönlich mit mehr Nachdruck zu betreiben. – Er hielt sich nun häufig auf dem Turme von Sankt Ulrich auf, wo er die Belagerungsarbeiten gut übersehen konnte oder ließ sich in einer mit Eisen beschlagenen Sänfte im Lager umhertragen oder ruhte auch innerhalb der Laufgräben in einem bombensicheren Raume aus.“

Die Kesselschlacht von Smolensk

Bei Smolensk fanden heute vier russische Armeen mit 42 Divisionen und 6 Panzerverbänden ihr Ende, eingekesselt und aufgerieben von zwei deutschen Armeen und zwei Panzergruppen, letzte geführt von unseren Panzerhelden Guderian und Hoth. Die Russen verloren bei Smolensk 760,000 Mann, 3200 Panzer und 3100 Geschütze. Zur Feier dieses herrlichen deutschen Sieges im Sechsjährigen Krieg suche ich mir das „Lied der Panzergrenadiere“ aus. Denn ohne deren Beistand stehen unsere Panzerkampfwagen so ziemlich auf verlorenem Posten – oder um mit unserem Guderian zu reden:

„Die Panzertruppe kann allein weit vor der Front der anderen Truppen oder seitwärts von ihnen die erlangten Gewinne nicht dauernd halten und auch nicht jede Art von Widerstand in jedem Gelände brechen. Die Infanterie ihrerseits glaubt, ohne unmittelbares und ständiges Zusammenwirken mit Panzern Angriffserfolge gar nicht mehr oder nur unter unerträglichen Opfern erzielen zu können. Um den erstgenannten Nachteil, den die Panzer betreffenden, zu beheben, forderten die Verfechter der Umgestaltung des Heeres auf den Motor – General Fuller, Martel, Liddell Hart und andere – die Verstärkung der reinen Panzerverbände durch motorisierte Fahrzeugen verlastete Infanterie und Artillerie, sowie durch gleichfalls verkraftete Pioniere, Nachrichtentruppen, Trosse und Nachschubeinrichtungen.“

Doch nun das Lied der Panzergrenadiere: https://www.youtube.com/watch?v=gjU9T1YMx2c

„Heiß war der Tag und dunkel die Nacht,

und die Heimat so weit.

Zehn Tage schon in tobender Schlacht,

und zum Rasten blieb keine Zeit.

Tage und Nächte stand nie der Motor,

wir stürmten und schlugen und kämpften uns vor,

mit den Panzerkameraden treu vereint,

immer die Ersten am Feind.

Panzergrenadiere, vorwärts, zum Siege voran!

Panzergrenadiere, vorwärts, wir greifen an!

Wie einst in Polen und in Flandern

und im heißen Wüstensand,

wird jeder Feind gestellt,

bis die letzte Festung fällt,

und im Sturm drauf und dran überrannt.

Von Panzergrenadieren,

Panzergrenadieren überrannt.

Russische Kälte, Regen und Eis

halten uns nicht mehr auf.

Brennt auch die Sonne erbarmungslos heiß,

ja, das nehmen wir gerne in Kauf.

Es türmen die Russen in kopfloser Flucht,

vernichtend geschlagen mit eiserner Wucht,

mit den Panzerkameraden treu vereint,

jagen wir rastlos den Feind.

Panzergrenadiere, vorwärts, zum Siege voran!

Panzergrenadiere, vorwärts, wir greifen an!

Wie einst in Polen und in Flandern

und im heißen Wüstensand,

wird jeder Feind gestellt,

bis die letzte Festung fällt,

und im Sturm drauf und dran überrannt.

Von Panzergrenadieren,

Panzergrenadieren überrannt.

Treu sein, mein Mädel, das merke dir,

einmal kehren wir heim.

Denke an deinen Panzergrenadier,

denn du darfst ja stolz auf ihn sein.

Warten und kämpfen ist nicht immer leicht,

doch anders wird niemals ein Ziel erreicht,

mit den Panzerkameraden treu vereint,

immer die Ersten am Feind.

Panzergrenadiere, vorwärts, zum Siege voran!

Panzergrenadiere, vorwärts, wir greifen an!

Wie einst in Polen und in Flandern

und im heißen Wüstensand,

wird jeder Feind gestellt,

bis die letzte Festung fällt,

und im Sturm drauf und dran überrannt.

Von Panzergrenadieren,

Panzergrenadieren überrannt.“

Bei unserem Generaloberst Guderian tobt die Schlacht von Smolensk in den „Erinnerungen eines Soldaten“ noch immer munter weiter: https://archive.org/details/heinz-guderian-erinnerungen-eines-soldaten-1960

„Der Angriff wurde für das XXIV. Panzerkorps und VII. Armeekorps auf den 1. August, für das IX. Armeekorps, welches nicht glaubte, rechtzeitig fertig werden zu können, auf den 2. August angesetzt. Die nächsten Tage waren der Vorbereitung des Angriffs gewidmet. Insbesondere mußten die neu unterstellten Infanteriekorps, welche bisher kaum gegen die Russen im Gefecht gestanden hatten, mit meinen Angriffsmethoden bekannt gemacht werden. Da sie noch nie mit Panzern in so enge Fühlung gekommen waren, gab es gewisse Zweifel, besonders beim IX. Armeekorps, dessen vortrefflicher Kommandierender General Geyer mir als mein früherer Vorgesetzter aus dem Truppenamt des Reichswehrministeriums und aus dem Wehrkreis V, zu welchem Würzburg gehört hatte, sehr gut bekannt war. General Geyer war bekannt durch seinen „messerscharfen Verstand“, den schon General Ludendorff im ersten Weltkrieg rühmend erwähnt hat. Er durchschaute nun natürlich die Schwächen meines Angriffsverfahrens und brachte sie bei der Aussprache mit den Kommandierenden Generalen zur Sprache. Ich versuchte, seine Bedenken gegen meine Taktik mit den Worten zu beseitigen: „Dieser Angriff ist Mathematik!“ was besagen sollte: „Sein Erfolg ist gewiß.“ General Geyer war aber keineswegs überzeugt, daß dem so sein würde, und ich hatte in der kleinen russischen Schulstube, in welcher die Zusammenkunft stattfand, eine schweren Stand gegen meinen alten Chef. Erst auf dem Gefechtsfeld sah er die Richtigkeit des befohlenen Verfahrens ein und hat dann mit großer persönlicher Tapferkeit wesentlich zum Erfolg des Angriffs beigetragen. Am 29. Juli überbrachte Oberst Schmundt, der Chefadjutant Hitlers, mir das Eichenlaub zum Ritterkreuz und benutzte die Gelegenheit zu einer Aussprache über meine Ansichten. Er führte aus, daß es für Hitler drei Ziele gäbe: I. Nordost, das heißt Leningrad. Dieses müsse auf alle Fälle genommen werden, um die Ostsee frei befahrbar zu machen für die Zufuhr aus Schweden und den Nachschub für die Heeresgruppe Nord. II. Moskau, dessen Industrie wichtig sei, und III. Südosten, also die Ukraine. Aus seinen Darlegungen ergab sich, daß Hitler noch nicht endgültig zum Angriff auf die Ukraine entschlossen war. Ich legte Schmundt daher dringend ans Herz, bei Hitler für den Durchstoß geradeaus auf Moskau, das Herz Rußlands, einzutreten und ihm abzuraten, kleine Schläge zu führen, die uns nur Verluste brächten, aber nichts entschieden. Außerdem bat ich, die neuen Panzer und die Ersatzteile nicht zurückzuhalten, da sonst dieser Feldzug nicht rasch beendet werden könne. Am 30. Juli wurden 13 Angriffe auf Jelnja abgewiesen. Am 31. Juli kam der zum OKH entsandte Verbindungsoffizier, Major von Below, zurück und brachte mir folgende Orientierung: „Die für den 1. Oktober gesteckten Ziele Onega-See – Wolga werden nicht mehr für erreichbar gehalten. Man glaubt mit Sicherheit, die Linie Leningrad – Moskau und südlich erreichen zu können. OKH und der Chef des Generalstabes stehen vor einer sehr undankbaren Aufgabe, da alle Operationen von ganz oben geleitet würden. Der endgültige Entschluß über die Weiterführung der Operationen sei noch nicht gefaßt. Von dem endgültigen Entschluß über die Weiterführung der Operationen hing nun allerdings alles ab, selbst eine Einzelfrage, ob der über unsere Front hinausragende Stellungsbogen von Jelnja gehalten werden solle, wenn nicht in Richtung Moskau weiter vorgegangen würde, weil dieser Bogen die Gefahr dauernder, starker Verluste barg. Der Nachschub an Munition für den hier entstehenden Stellungskrieg war unzulänglich. Kein Wunder, denn die Entfernung vom leistungsfähigen Eisenbahnendpunkt betrug 750 Kilometer. Die Bahn war zwar schon bis Orscha auf deutsche Spur umgenagelt, sie war aber wenig leistungsfähig. Für die noch nicht umgenagelten Strecken fehlte es an russischen Lokomotiven. Immerhin war noch Hoffnung vorhanden, daß Hitler zu einem anderen Entschluß käme, als uns bei der Besprechung in Borissow am 27. Juli bei der Heeresgruppe „Mitte“ gesagt worden war.“

Gottfried Piefke

Wer sich schon einmal gefragt hat, wer den Königgrätzer Marsch, den Marsch Preußens Gloria oder den Düppeler Schanzen Marsch verfaßt hat, der kennt unseren Musikdirektor Johann Gottfried Piefke und wundert sich daher nicht, warum wir Panzertiere diesem eine kleine Geburtstagsfeier ausrichten. In Schwerin an der Warthe wurde unser Musikdirektor 1815 geboren und trat 1843 als Spielmann in unserer preußisches Heer ein und sorgte bei den Schlachten der Einigungskriege für die nötige musikalische Untermalung; wofür er – unter anderem – das Düppeler Sturmkreuz, den Hausorden der Hohenzollern und das Eiserne Kreuz abgestaubt hat. Seine Märsche sollen zur Feier seines Geburtstages erklingen und ich wähle den Düppeler Schanzen Marsch: https://www.youtube.com/watch?v=ysQT6rstbGc

Die Schlacht bei Radom

Heute ging die Schlacht von Radom zu Ende, die unser Panzerstratege Erich von Manstein die erste Kesselschlacht des Sechsjährigen Krieges nennt. Bei Radom haben wir Deutschen 1939 nämlich sieben polnische Divisionen eingekesselt und aufgerieben, um die 60,000 Gefangene dabei gemacht und 130 Geschütze erbeutet. Ein schöner Sieg, der angemessen mit dem Panzergetränk Met gefeiert werden sollte. Erfochten hat uns dieser Sieg unser Feldmarschall Walther von Reichenau mit seiner X. Armee. Die strategisch-operative Oberleitung lag natürlich bei unserem Feldmarschall Gerd von Rundstedt und seinem Stabschef Erich von Manstein, die unsere Heeresgruppe Süd führten. Weshalb wir in Mansteins Panzerbuch „Verlorene Siege“ einen kleinen Schlachtbericht finden:

„Das Oberkommando der Heeresgruppe sah sich auf Grund des ihm vorliegenden Feindbildes veranlaßt, der X. Armee zwei Ziele zu stecken. Mit einer rechten Gruppe (XV. motorisierte und IV. Armeekorps), der die Heeresgruppe noch das VII. Armeekorps (das erst später zur XIV. Armee verschoben wurde) nachführte, hatte die Armee die um Radom in der Bildung begriffene Feindgruppe anzugreifen und zu schlagen. Mit einer linken Gruppe, die aus dem XVI. Panzerkorps und XIV. motorisierte Korps sowie dem XI. Armeekorps bestand, sollte sie anstreben, der Feindgruppe um Lodz den Rückweg auf Warschau zu verlegen, während die VIII. Armee diesen Feind von Westen her anzugreifen haben würde. In Verfolg dieser Aufträge gelang es der X. Armee zunächst, die Feindgruppe Radom im Bereich des Waldgebirges der Lysa Gora zum Kampf zu stellen, während das schnelle XV. motorisierte Korps sich zwischen diesen Gegner und die Weichselübergänge von Opatow und Demblin schob, und das von der Nordgruppe abgedrehte XIV. motorisierte Korps ihm auch den Weg nach Warschau verlegte. Am 9. September hatte sich der erste „Kessel“ dieses Krieges um eine feindliche Armee geschlossen! Wohl dauerten die Kämpfe im Bereich von Kielce-Radom noch bis zum 12. September an, da der Gegner nicht nur zähesten Widerstand leistete, sondern auch immer erneut versuchte, den ihn umschließenden Ring zu sprengen, aber an dem Schicksal dieser Feindgruppe war nichts mehr zu ändern. Als der Kampf zum Abschluß kam, waren 60,000 Gefangene und 130 Geschütze in unserer Hand. Sieben feindliche Divisionen waren in diese Niederlage hineingezogen worden. Selbst wenn jedoch dem Gegner noch die Rettung hinter die Weichsel geglückt wäre, so würde er seinem Schicksal nicht entronnen sein. Denn an dem Tage, an dem die Schlacht von Radom zum Abschluß kam, stand die XIV. Armee bereits mit ihrer I. Gebirgsdivision vor Lemberg und hatte der linke Flügel dieser Armee längst den unteren San überschritten und war damit in der Lage, eine etwa vom Gegner geplante Weichselverteidigung aus den Angeln zu heben. Inzwischen hatte die linke Gruppe der X. Armee mit dem XVI. Panzerkorps nach Kämpfen den Weichselübergang von Gorja Kalwaria südlich Warschau erreicht und war mit einer Panzerdivision in den Südwestrand von Warschau eingedrungen. Zur Inbesitznahme dieser zur Verteidigung eingerichteten Großstadt waren jedoch diese Kräfte zu schwach. Die Panzerdivision mußte aus dem Stadtgebiet zurückgenommen werden. Immerhin war damit dem Gegner der Zugang nach Warschau von Westen her bereits gesperrt.“

Kaiser Konrad II.

Unser alter deutscher Kaiser Konrad II. ist am heutigen Tag im Jahre 1039 heimgegangen. Er folgte 1024 Kaiser Heinrich II. auf den deutschen Thron, erlangte 1027 die Kaiserwürde und herrschte bis 1039. Sein Sohn Heinrich III. folgte ihm nach. Konrad ist der erste Salier auf dem deutschen Thron, womit wieder die Franken die deutschen Herrscher stellten. Bedeutend wurde vor allem die Einverleibung des Königreichs Burgund in unser altes deutsches Reich, die 1033 erfolgte. Damit war dessen Vormachtsstellung in Europa einmal mehr befestigt. Unser Geschichtsschreiber Wipo schildert uns das Leben Kaiser Konrads und berichtet uns von der Wahlversammlung im Jahre 1024, deren Teilnehmer es uns recht ausführlich nennt: https://archive.org/details/Wipo-DasLebenKaiserKonradIi

„…den Bischofsstuhl zu Metz hatte Theoderich inne, ein edler und tugendstrenger Mann; dem Straßburger Gemeinwesen stand der edle Bischof Werinher vor, voll Eifer in göttlichen wie in weltlichen Pflichten; auf dem Würzburger Stuhle saß Mazelin, weise und treu in seinen geistlichen Würden; das Bamberger Bistum hatte Eberhard, der erste Bischof jener Kirche, ein Mann von Geist und Charakter so recht wie ihn der Staat brauchte; der Kirche zu Konstanz stand Heimo vor, ein Mann voll göttlicher Weisheit, bescheiden und in weltlichen Dingen wohl erfahren; in Augsburg war Bruno Bischof, der Bruder des Kaisers Heinrich, ein brauchbarer Mann und von klarem Verstande, wenn er nur nicht durch den Bruderhaß, womit er dem Kaiser Widerstand leistete, verdunkelt wäre. Die Kirche zu Juvavum, das Man gewöhnlich Salzburg nennt, regierte guten Angedenkens Erzbischof Gunther, der Bruder des Grafen Eckehard und Hermann; milde und gut gegen Gott und Menschen; Bischof der Kirche zu Regensburg war Gebhard wegen seines Wohlwollens ausgezeichnet; die Kirche zu Freising regierte Bischof Eigilbert, ein weiser Lenker des Klerus und seiner Gemeinde. Gleichzeitig mit jenen waren viele andere Bischöfe und Äbte aus denselben Gegenden anwesend, welche einzeln namhaft zu machen ermüden würde. Sachsens Bischöfe lasse ich unerwähnt, weil ich nicht weiß, was über ihr Leben ich ihren Namen beifügen müßte, wiewohl ich für gewiß vernommen habe, daß auch sie der Regierung bei den wichtigsten Dingen ratend und helfend zur Seite stehen. Italien übergehe ich, da dessen Fürsten in der kurzen Frist nicht zu der Königswahl kommen konnten; sie haben, als sie später in der Stadt Konstanz zugleich mit dem Erzbischof von Mailand und den übrigen Fürsten zum Könige kamen, sich ihm unterworfen und bereitwillig den Eid der Treue geschworen. Die Herzöge aber, welche mit den vorerwähnten Männern gleichzeitig lebten, waren folgende: Benno, Herzog von Sachsen; Adalbero, Herzog von Istrien; Hezilo, Herzog von Bayern; Ernst, Herzog von Alamannien; der Lothringer Herzog Friedrich; der Ripuarier Herzog Gozelo; Kuno von Worms, Herzog der Franken; Ulrich, Herzog von Böhmen. Burgund nämlich gehörte damals noch nicht zum Römischen Reiche wie jetzt. Daß es aber jetzt untertan geworden ist, ist dem Ruhme dreier Könige zuzuschreiben. Kaiser Heinrich II. strebte zuerst danach es zu unterwerfen und beharrte kräftig in diesem Streben. Alsdann verjagte Kaiser Konrad durch einen heftigen Angriff die lateinischen Franken feindlicher Weise aus demselben und eroberte das Land mit Gewalt. Endlich brachte König Heinrich III., der fromme, der friedsame, die Richtschnur der Gerechtigkeit, durch Krieg und Frieden das nämliche Burgund großmächtig zur Ruhe; und was dort die göttliche Vorsehung durch Ratschlüsse des Friedens wie des Krieges, durch Beratungen und Versammlungen, denen ich bisweilen selbst beigewohnt habe, getan hat, werde ich anderen Ortes mitteilen. Jetzt kehre ich zu meiner Aufgabe zurück. Ungarn aber, das derselbe König Heinrich III. durch einen herrlichen und wunderbaren Sieg bezwungen und nach dem Siege durch Weisheit und Klugheit sich und seinen Nachfolgern gesichert hat, ertrug es in vorerwähnter Zeit noch nicht, auch nur unser Wort zu hören.“

Die Schlacht von Turin

Der Jahrestag der Schlacht von Turin ist heute (1706) – mit ordentlich Met – zu feiern. Gewöhnlich bin ich ja einer der Ersten, die „Fürs nächste Mal ohne Italien“ sagen – im Vergleich zum italienischen Nachschubwesen ist das alte Scheißhaus Monty nämlich noch nicht einmal eine halbe Portion. Doch hat es der Herzog Victor Amadeus von Savoyen geschafft, seine Hauptstadt Turin lange genug gegen das gallische Belagerungsheer zu halten, bis sein Vetter, unser Prinz Eugen, ihm mit einem Entsatzheer zu Hilfe kommen konnte. Und mehr noch: Victor Amadeus hat sogar seine Truppe vor der Schlacht aus der Stadt geführt und diese mit denen Eugens vereint. Vielleicht sind bei den Italienern also doch nicht ganz Hopfen und Malz verloren… Noch ein paar Worte zur Schlacht von Turin: Die gallische Belagerungsarmee war 44,000 Mann stark, das Entsatzheer unseres Prinz Eugens umfaßte lediglich 30,000 Mann und war nach mehrwöchigen Anmarsch doch ein wenig erschöpft. Sprich: Hätten die Gallier ihre Belagerung aufgegeben und sich zur Schlacht gestellt, so hätten sie mit einem ausgeruhten Heer und einer Überlegenheit von 50 von Hundert kämpfen können. Haben sie aber nicht und so wurden sie in ihrem Belagerungsring angegriffen und geschlagen. Der Verlust der Gallier betrug 14,000 Mann. Der unsrige belief sich auf nur 3000 Mann. Zur Feier des Tages lesen wir Panzertiere aus dem epischen Geschichtswerk unseres Ritters Alfred von Arneth über unseren Prinz Eugen vor. Während sich bei den Galliern schlimme Auflösungserscheinungen zeigen, sackt unser Prinz Eugen die Kriegsbeute – darunter auch Mailand – ein: https://archive.org/details/prinzeugenvonsa05arnegoog

„Während im äußersten Osten des italienischen Kriegsschauplatzes Generalleutnant Medavi noch einmal den französischen Waffen einen kurzen Triumph errang, hatten dieselben im Westen Italien fast ganz den Rücken gewandt. In Pignerol angekommen, fand der Herzog von Orleans weder die versprochenen Magazine, noch sonst ausreichende Lebensmittel vor. An Pferden zu deren Herbeischaffung aus größerer Entfernung mangelte es gänzlich. Die Truppen waren entmutigt und entliefen haufenweise ihren Fahnen. Ja selbst Offiziere verließen dieselben ohne Erlaubnis und so kam es, daß der Herzog, von allem entblößt. nur mehr in der Hilfe Rettung zu finden glaubte, welche er aus der Dauphine erwartete. Derselben näher zu sein, zog er sich daher hart an die Grenze Frankreichs zurück und verlegte sogar einen Teil seiner Truppen auf französischen Boden. Hier beschäftigte er sich unablässig damit, seine Armee in den Stand zu setzen, baldigst wieder nach Italien zurückzukehren. Eugen wußte wohl, daß der Herzog ziemlich lange damit zu tun haben werde. Denn die erlittene Niederlage war eine so gewaltige, daß eine Erholung von derselben nicht so schnell zu besorgen war. Nachdem er seinen Truppen einige Tage Ruhe gegönnt von den furchtbaren Anstrengungen des mehrwöchentlichen Marsches und der Schlacht, nachdem er Turin mit Lebensmitteln versehen und die Linien geschleift hatte, verließ Eugen am 14. September das Lager, in welchem sein Heer seit dem Schlachttage gestanden hatte. Am folgenden Tage ging er über die Dora baltea, zwei Tage später ergab sich Chivasso, worin zwölfhundert Gefangene gemacht wurden. Von keiner Seite auf Hindernisse stoßend, setzte der Prinz seinen Marsch nach dem Herzogtume Mailand fort, auf dessen Besitzergreifung zunächst sein Augenmerk gerichtet war. Vercelli fand er vom Feinde verlassen, Novara überlieferten der Bischof, der Adel und die Bevölkerung, nachdem sie sich des spanischen Offiziers, der daselbst kommandierte, bemächtigt, und die Besatzung von fünfhundert Mann entwaffnet hatten. Crescentino ergab sich an Graf Königsegg. Am Morgen des 23. September überschritt das kaiserliche Heer den Tessin. Am folgenden Tage war Eugen schon bis Corsico, wenige Miglien von Mailand vorgerückt. Er sandte den Generaladjutanten Grafen Beaufort nach der Stadt, sie zur Unterwerfung aufzufordern. Sogleich erschienen einige der angesehensten Bürger als Deputation im Lager des Prinzen, um die freudige Teilnahme der Stadt an dessen lang ersehntes siegreiches Vordringen auszusprechen. Die Grafen Battista Scotti und Uberto Stampa überreichten Eugen die Schlüssel der Stadt. Der spanische Gouverneur Fürst von Baudemont war nach Pizzighettone entflohen. Nur das Kastell war von zwei französischen und vier spanischen Bataillonen besetzt. Der Marquis von Florida befehligte daselbst, der Marquis Valfuentes und Fürst Pio unterstützten ihr. Sie hatten den gemessenen Befehl, sich aufs äußerste zu verteidigen.“

Die Schlacht bei Dennewitz

Hatte Napoleon 1806 unser altes Preußen noch auf dem falschen Fuß erwischt, fand es 1813 zu seiner alten Form zurück und zeigte sich des Erbes Friedrichs des Großen würdig. Ein weiterer Beweis dafür ist die Schlacht von Dennewitz, deren Jahrestag wir heute feiern. Bei Dennewitz trafen 75,000 Gallier unter Ney auf 50,000 Preußen unter Bülow und Tauentzien. Das Ende von der Geschicht waren 24,000 gefallene, verwundete oder gefangene Gallier und vier erbeutete Feldzeichen und 80 Kanonen. Der Verlust unserer Preußen belief sich auf 9000 Mann. Die Schlacht von Dennewitz nimmt bei unserem Geschichtsschreiber Barthold von Quistorp nun noch ihren weiteren Fortgang: http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10405894_00034.html

Die Kosaken von Ilowaisky und die beiden neumärkischen Schwadronen (Major von Hiller) blieben angewiesen, auch ferner die Rohrdecker Bachlinie zu beobachten und den Feind nach Möglichkeit über die Stärke des Postens bei Jüterbog zu täuschen. Unabhängig davon wurde noch im Moment, wo das Korps aufbrach, die IV. Schwadron III. pommerischen Landwehrregiments (Rittmeister von Puttkammer) mit Deckung der linken Flanke beauftragt. Sie rekognoszierte den Bach abwärts und schloß sich im Laufe des Tages dem Major von Hiller bei Rohrbeck an. Der Rest des Korps – noch elf Bataillone, 16 Schwadronen, 19 Geschütze – brach gegen Kaltenborn auf und verfolgte anfangs in einer Kolonne den südlich des Kappaner Weinbergs nach der Kiefernschonung vor Niedergörsdorf hinziehenden Grund, wodurch er den Blicken des Feindes länger entzogen blieb. So schob sich das Korps auf der Sehne des Bogens fort, welchen der Bachgrund von Niedergörsdorf bis Jüterbog bildet, und den das französische Heer im Begriff war, bei Dennewitz zu durchschneiden. Die Spitze des preußischen Korps war hinter das Holz nördlich Dennewitz gelangt, der Schweif hatte erst seit einer viertel Stunde das Biwak verlassen, als vorwärts jenes Orts der erste Kanonenschuß von der bereits debouschierten italienischen Artillerie fiel. Die ersten feindlichen Bataillone mit einer Batterie, und Kavallerie dahinter, welche man sah, schienen fast aus der Richtung von Rohrbeck zu kommen; bald aber erkannte man, wie sich vor Dennewitz mehrere Kolonnen von mehr als Bataillonstiefe in weiten Zwischenräumen entwickelten. Sie führten weitere Batterien mit sich, und Kavallerie folgte ihnen nach. In der Tiefe hinter Dennewitz stellten sich Massen auf. Da man also auf den Punkt gekommen war, mit dem Feinde ernstlich in Berührung zu treten, so hielt es General Tauentzien an der Zeit, Front zu machen, und er strebte nur noch danach, aus dem bisher verfolgten Grunde rechts auf die begleitenden Höhen zu gelangen. Es war nahezu zehn Uhr.